Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinn steigt um 34 Prozent: Telefonica macht Plus dank E-Plus

Das vergangene Jahr ist bei O2 ganz von der E-Plus-Übernahme geprägt. In vielen Bereichen wirkt sich das Milliardengeschäft noch auf die Zahlen aus - im Guten wie im Schlechten.

Telefonica Deutschland, hierzulande besser bekannt unter seiner Marke O2, hat im vierten Quartal die Erwartungen zwar leicht übertroffen. Für das laufende Jahr setzt sich die Tochter der spanischen Telefonica aber bescheidenere Ziele, weil die Einspareffekte aus der Übernahme von E-Plus langsam verpuffen. Beim Umsatz im Kerngeschäft Mobilfunk könnte es 2016 sogar leicht bergab gehen, so das Unternehmen bei der Vorlage der Jahreszahlen.

Im abgelaufenen Jahr lief es dagegen noch sehr viel besser. So konnte Telefonica Deutschland das operative Ergebnis auf Jahressicht um 20,5 Prozent steigern, womit das zuletzt angestrebte Plus von 15 bis 20 Prozent noch leicht übertroffen wurde. Einige Synergien aus der E-Plus-Übernahme konnten früher realisiert werden, was Personal- wie auch Sachkosten drückte, hieß es zur Begründung. Bei der Zahlenvorlage bestätigte Telefonica Deutschland, für 2015 eine Dividende von 0,24 Euro je Aktie zahlen zu wollen.

Im laufenden Jahr muss Telefonica Deutschland aber Geld investieren, um den Zukauf von E-Plus zu integrieren. So werden Netze zusammengelegt, Kunden zum Wechsel bewogen und die Standorte von Call Centern konsolidiert. Das drückt das operative Ergebnis, das 2016 nur noch im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen soll.

Mobiler Umsatz bröckelt

Der Umsatz im Kerngeschäft Mobilfunk droht sogar zu fallen. Der mobile Serviceumsatz, also ohne den Verkauf von Endgeräten, wird leicht negativ bis weitgehend stabil erwartet. 2015 musste man mit 5,53 Milliarden Euro bereits ein leichtes Minus von 0,1 Prozent hinnehmen.

Im vierten Quartal sank der Umsatz mit mobilen Diensten im Vorjahresvergleich um 1 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Damit befindet sich Telefonica Deutschland in guter Gesellschaft: Wettbewerber Deutsche Telekom hatte hier ein Minus von 0,4 Prozent berichtet, Vodafone meldete Anfang des Monats ein Minus von 1,7 Prozent. Der Gesamtumsatz des Telekommunikationsunternehmens stieg im Schlussquartal um 2 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro.

Die Profitabilität stieg deutlicher, auch weil sich erste Synergien aus dem Zusammengehen von Telefonicas O2 und der ehemaligen KPN-Tochter E-Plus zeigten und weniger in Marketing investiert wurde. So lag das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Sondereffekten (OIBDA) bei 476 Millionen Euro, ein Plus von 34,1 Prozent.

Unterm Strich steht allerdings ein Verlust von 35 Millionen Euro. Hier zeigen sich noch Effekte aus der Übernahme von E-Plus, wie schnellere Abschreibungen auf Antennenstandorte, die im Zuge der Integration der beiden Netze aufgegeben werden. Belastend wirkten auch Restrukturierungskosten, die noch eine Weile auf dem Nettoergebnis des Unternehmens lasten werden.

Die Zahlen sind leicht besser als erwartet. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von 2,0 Milliarden Euro, einem OIBDA von 446 Millionen Euro und einem Nettoverlust von 75 Millionen Euro gerechnet.

Quelle: n-tv.de

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