Montag, 07. Dezember 2009
Von Bonn nach München: Telekom-Vorstand Akhavan geht
Das Führungstrio der Deutschen Telekom bricht auseinander. Der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Hamid Akhavan werde künftig den Telefonanlagen-Bauer Siemens Enterprise Communications (SEN) führen, wie das Unternehmen mitteilte. Der 48-jährige Manager übernimmt das Amt Ende Februar. Er löst Interimschef Mark Stone ab.
Akhavan ist neben Vorstandschef René Obermann und Finanzchef Timotheus Höttges einer der wichtigsten Manager der Telekom. Über die Gründe für den Wechsel und einen möglichen Nachfolger wurde zunächst nichts bekannt. Akhavan arbeitet seit 2001 bei der Deutschen Telekom. Zuletzt war der im Iran geborene und in den Vereinigten Staaten aufgewachsene und ausgebildete Ingenieur im Vorstand neben dem Tagesgeschäft auch für den Betrieb der europäischen Mobilfunknetze zuständig. Bei dem Telekommunikationsriesen galt er als Nummer zwei nach Konzernchef Rene Obermann.
SEN gehört noch knapp zur Hälfte zu Siemens, die Mehrheit hält der US-Finanzinvestor Gores. Mit einem radikalen Sparprogramm, dem auch 6800 der einst 17 500 Arbeitsplätze zum Opfer fallen, versuchen die Amerikaner, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Zuletzt vermeldete Interimschef Stone Erfolge bei der Sanierung.
Für das Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und dem US-Finanzinvestor Gores ist Akhavans Einstieg der dritte Wechsel im Spitzenamt innerhalb von eineinhalb Jahren. Anfangs hatte der Gores-Gefolgsmann Mark Stone das Unternehmen geführt. Ihm folgte James O'Neill, bevor im vergangenen Sommer Mark Stone erneut das Ruder übernahm. Das Joint Venture, das mehrheitlich den Amerikanern gehört, machte zuletzt einen Jahresumsatz von 3,21 Mrd. Euro und beschäftigt nach einem einschneidenden Stellenabbau weltweit noch 14.000 Mitarbeiter.
dpa/rts
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