Wirtschaft
Vodafone und Telekom wollen bei superschnellen Internetanschlüssen kooperieren.
Vodafone und Telekom wollen bei superschnellen Internetanschlüssen kooperieren.(Foto: picture alliance / dpa)

Kooperation mit Vodafone: Telekom schmiedet Turbo-Allianz

Vodafone will künftig die superschnellen VDSL-Anschlüsse der Telekom nutzen. Die Massennutzung von Anschlüssen mit bis zu 100 MBit/s Geschwindigkeit klingt wie eine gute Nachricht für die deutschen Internetnutzer. Doch Beobachter fürchten um den Wettbewerb, wenn die zwei größten deutschen Telekommunikationskonzerne bei der zukunftsweisenden Vectoring-Technologie zusammenarbeiten.

Vodafone nutzt in Deutschland künftig das Turbo-Internet der Deutschen Telekom. Der Konzern habe eine Vereinbarung getroffen, um künftig das VDSL-Netz der Telekom zu nutzen, teilte Vodafone mit. "Die Kooperation mit der Telekom und die Nutzung der Vectoring-Technologie ermöglicht uns, im Festnetzmarkt anzugreifen", sagte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum. Vodafone erhalte Anschlüsse zu besonderen Konditionen und verpflichte sich im Gegenzug, eine festgelegte Menge abzunehmen.

Die Telekom hatte angekündigt, in den kommenden vier Jahren circa 24 Mio. Haushalten superschnelle Anschlüsse auf Basis der VDSL-Technik zu bieten. Das wären doppelt so viele wie zuletzt. Gleichzeitig sollen die Zugänge mit 100 Mbit/s wesentlich schneller werden, was eine neue Technologie namens "Vectoring" ermöglichen soll.

Der Kapazitätsgewinn per Vectoring klappt bislang allerdings nur dann reibungslos, wenn der Anschluss auf der sprichwörtlichen "letzten Meile" vom Netz zum Kunden gesichert ist. Gibt es am Hausanschluss mehr als einen Anbieter mit Glasfaserkabel können Probleme auftreten. Deshalb sind die Pläne des früheren Staatskonzerns umstritten: Die Telekom könnte durch das Vectoring indirekt ein neues Quasi-Monopol aufbauen, heißt es.

Die Kooperationsvereinbarung von Vodafone und Telekom werde jetzt der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorgelegt, erklärte Vodafone. Der Start der Zusammenarbeit sei noch für dieses Jahr geplant.

Quelle: n-tv.de

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