Wirtschaft
Happy End in den USA? René Obermann darf zufrieden mit der Entwicklung sein.
Happy End in den USA? René Obermann darf zufrieden mit der Entwicklung sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Starkes Comeback in den USA : Telekom trumpft auf

Telekom-Chef Obermann arbeitet an einem fulminanten Abgang. Das letzte Ergebnis vor dem Führungswechsel übertrifft wieder die Erwartungen. Besonders bemerkenswert: Die gute Performance geht vor allem auf das Konto des einstigen Sorgenkindes T-Mobile US.

Ende gut, alles gut? Auf den letzten Metern seiner Amtszeit kann Telekom-Chef René Obermann das Ruder in den USA doch noch herumreißen. Dank eines starken Comebacks in den USA und einer Stabilisierung in Deutschland findet der Konzern wieder auf den Wachstumspfad zurück.

Wie die Deutsche Telekom mitteilte, kletterte der Umsatz im dritten Quartal um sechs Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Bemerkenswert: Das Plus ist vor allem der Fusion der lange Zeit ungeliebten US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Regionalanbieter MetroPCS im Mai zu verdanken. Die Telekom hält an T-Mobile noch 74 Prozent. Die US-Tochter stand lange Zeit zum Verkauf, ohne dass ein geeigneter Käufer gefunden wurde.

Ohne die Übernahme verbesserte sich der Umsatz immer noch um 2,4 Prozent. Nach dem zweiten Quartal, in dem die Telekom erstmals seit Jahren aus eigener Kraft gewachsen war, seien die jüngsten Zahlen ein weiterer Beweis für die Stärke des Unternehmens, sagte Konzernchef René Obermann, der Ende des Jahres nach sieben Jahren Amtszeit von Finanzchef Timotheus Höttges abgelöst wird. "In den USA ist eine beeindruckende Trendwende gelungen, und auf unserem Heimatmarkt zeigen wir eine anhaltende Stabilität, um die uns viele in unserer Branche beneiden."

Allerdings gelang es dem früheren Staatskonzern nicht, den Umsatzerfolg gleichermaßen in Gewinn umzumünzen. Investitionen zur Kundengewinnung, die Regulierung und der harte Wettbewerb drückten das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) um 2,6 Prozent auf 4,66 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt bei 15,2 Milliarden Euro Umsatz mit einem bereinigten Ebitda von 4,58 Milliarden Euro gerechnet.

Kundenansturm in USA und Deutschland

Mit der bevorstehenden Übernahme der Konzernspitze durch Höttges wird das Unternehmen das Augenmerk verstärkt auf Deutschland richten.

In der wichtigen Deutschland-Sparte, die für mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes steht, konnte die Telekom dank zahlreicher neuer Handykunden die Geschäfte zumindest stabilisieren. Das bereinigte Ebitda ging im Zeitraum von Juli bis Ende September um ein Prozent auf 2,38 Milliarden Euro zurück - in der ersten Jahreshälfte war es noch um 3,3 Prozent abwärts gegangen. In dem Zeitraum unterschrieben 470.000 neue Kunden einen Mobilfunkvertrag bei den Bonnern.

T-Mobile US lockte dank eines kostspieligen Strategieschwenks scharenweise lukrative Kunden. Der viertgrößte US-Mobilfunkanbieter gewann im dritten Quartal unterm Strich 648.000 neue Abonnenten - 200.000 mehr als von Analysten erwartet. Es ist der zweite Anstieg in Folge für T-Mobile US, nachdem die Kunden dreieinhalb Jahre lang zu Rivalen wie Verizon Wireless gewechselt waren.

Der Vorstand des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns hält an seiner Prognose für 2013 fest: Bei einem Free Cash Flow von 4,5 Milliarden Euro soll das bereinigtes Ebitda 17,5 Milliarden Euro erreichen nach 18 Milliarden Euro im Vorjahr.    

Quelle: n-tv.de

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