Wirtschaft
25 Dollar in bar plus eine gute halbe ETP-Aktie pro Sunoco-Schein: Lohnt das?
25 Dollar in bar plus eine gute halbe ETP-Aktie pro Sunoco-Schein: Lohnt das?(Foto: Reuters)

Pipeline-Deal in den USA: Texaner schlucken Sunoco

Eine der größten Tankstellen-Ketten der USA bekommt einen neuen Besitzer. Der texanische Pipeline-Betreiber ETP schnappt sich den Mineralölvermarkter Sunoco aus Philadelphia. Der Kaufpreis verrät viel über die Ertragsaussichten im US-Geschäft mit Benzin und Diesel: ETP kratzt rund 5,3 Mrd. Dollar zusammen.

Mit einer Milliardenübernahme will sich der Pipeline-Betreiber Energy Transfer Partners (ETP) ein Stück vom Kuchen im lukrativen Transportgeschäft mit Rohöl und Mineralölprodukten in den USA abschneiden.

Der Konzern bietet eigenen Angaben zufolge insgesamt 5,3 Mrd. US-Dollar in bar und Aktien auf, um den Mineralölvermarkter Sunoco samt Marktanteilen und Vertriebsstruktur komplett zu übernehmen. Im Bestand von Sunoco befinden sich Lieferröhren für Raffinerie-Produkte auf Erdölbasis sowie verschiedene Öl-Terminals. Außerdem betreibt Sunoco neben dem Pipeline-Netz noch rund 4900 Tankstellen überall in den Vereinigten Staaten.

Sunoco steuerte seine Geschäfte bislang von der Ostküsten-Metropole Philadelphia aus. Das Unternehmen zählt im Öl-Geschäft zu den wenigen großen unabhängigen Vermarktern. Die Geschichte von Sunoco reicht bis in die Zeiten der ersten Ölfunde in Ohio und Pennsyvania herum. Gegründet wurde Sunoco Unternehmensangaben zufolge im Jahr 1886.

Beide Verwaltungsräte hätten dem Geschäft bereits zugestimmt, erklärten die Unternehmen. ETP besitzt bereits Pipelines in US-Bundesstaaten wie Arkansas, Arizona, Colorado, Louisiana, Mississippi, New Mexico, Utah und West Virginia - der Schwerpunkt der bisherigen Aktivitäten liegt damit im Mittleren Westen und dem Süden der USA. Außerdem verfügt ETP im Bundesstaat Texas über ein dicht geknüpftes Versorgungsnetzwerk. Die Konzernzentrale liegt in Dallas, Texas.

Erdgas-Boom in den USA

Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der wachsenden Bedeutung der . In den vergangenen zwei Jahren hat die Förderung angesichts steigender Weltmarktpreise für Öl und Gas kräftig zugenommen. Die Umstellung auf die vergleichsweise kostspielige Erschließung von Ölschiefer-Reserven lässt den Bedarf an geeigneter Infrastruktur anschwellen. .

Der richtungsweisende Preis für Leichtöl aus den USA notiert seit Wochen jenseits der 100-Dollar-Marke. Zuletzt kostete das Fass Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) 104,77 Dollar.

Die Sunoco-Anteilseigner sollen im Zuge der Übernahme laut Mitteilung 25 Dollar in bar sowie einen Anteil von 0,52 Aktien von Energy Transfer oder wahlweise 50,13 Dollar je Sunoco-Anteilsschein erhalten. Das Angebot stellt einen Aufschlag von 22,5 Prozent gegenüber dem Sunoco-Schlusskurs von 40,91 Dollar am New Yorker Aktienmarkt am Freitag dar. Am Montag wurde das Papier zeitweise mit einem Aufschlag von 19 Prozent bei 48,85 Dollar gehandelt.

Anzeichen des Erdgas-Booms erkannten Marktbeobachter auch in einer weiteren Nachricht: Zu Wochenbeginn gab der US-Petrochemiekonzern LyondellBasell kurz vor Handelsstart an der New Yorker Wall Street ein Quartalsergebnis bekannt, das leicht über den Erwartungen lag. Das Unternehmen begründete die solide Ertragslage mit seinem profitablen Schiefergas-Geschäft in Nordamerika.

Im ersten Quartal erwirtschaftete LyondellBasell einen Überschuss von knapp 600 Mio. Dollar nach 660 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne Sondereffekte ergab sich ein Gewinn je Aktie von 1,07 Dollar, was leicht über den Erwartungen von Analysten lag. Das Gesamtbild blieb durchmischt: Der Umsatz ging um drei Prozent auf 11,88 Mrd. Dollar zurück. Hier hatten Analysten etwas mehr erhofft. An der New Yorker Börse gab der Aktienkurs von LyondellBasell zeitweise rund fünf Prozent nach.

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Quelle: n-tv.de

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