Wirtschaft
"Wir wollen nur saubere Geschäfte machen, bei denen Erfolge ehrlich erzielt werden."
"Wir wollen nur saubere Geschäfte machen, bei denen Erfolge ehrlich erzielt werden."(Foto: imago/Martin Müller)

Vergleiche wegen Schienenkartells: ThyssenKrupp räumt auf

Die Teilnahme am Schienenkartell kommt ThyssenKrupp teuer zu stehen. Der Dax-Konzern einigt sich mit weiteren Geschädigten. Zuvor hatte ThyssenKrupp bereits an die Deutsche Bahn gezahlt.

ThyssenKrupp widmet sich weiteren Sünden der Vergangenheit. Im Fall des Schienenkartells hat sich der Konzern nach eigenen Angaben mit weiteren Geschädigten geeinigt. "Wir sind nach dem Vergleich mit der Deutschen Bahn mit weiteren Betroffenen im Gespräch und haben auch erste Vergleiche getroffen", sagte Vorstandsmitglied Donatus Kaufmann. Namen und Inhalte der Vereinbarungen nannte er nicht.

ThyssenKrupp und weitere Schienenhersteller, darunter die österreichische Voestalpine, hatten über viele Jahre illegale Preisabsprachen getroffen. ThyssenKrupp hatte der Deutschen Bahn 2013 bereits deutlich über 100 Millionen Euro Entschädigung gezahlt. Eine Einigung mit diversen Privatbahnen steht noch aus.

"Die Aufarbeitung dieser Fälle - auch die gerichtliche - wird uns noch jahrelang beschäftigen", sagte Kaufmann, der im Vorstand ein Ressort für gute Unternehmensführung leitet. Zu einzelnen Vergleichsverfahren wolle sich ThyssenKrupp nicht äußern. "Wir machen auch keine Angaben zum Inhalt der Vergleiche. Wir haben aber soweit möglich Rückstellungen dafür gebildet."

Ex-Manager am Montag vor Gericht

ThyssenKrupp kam die Teilnahme an dem Kartell teuer zu stehen. Der Konzern musste Bußgelder in Höhe von 191 Millionen Euro zahlen. Hinzu kam ein großer Imageschaden, zumal der Konzern bereits zuvor an Kartellabsprachen, darunter von Aufzugsherstellern, beteiligt war. Der seit 2011 amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat jeglichen Korruptionsversuchen im Unternehmen den Kampf angesagt. "Wir wollen nur saubere Geschäfte machen, bei denen Erfolge ehrlich erzielt werden", betonte auch Kaufmann.

Ab Montag kommender Woche müssen sich vor dem Landgericht Bochum weitere sieben Angeklagte wegen der Teilnahme an dem Schienenkartell verantworten. Darunter sind auch vier frühere Geschäftsführer und Manager von ThyssenKrupp. Der Konzern tritt in dem Strafverfahren als Nebenkläger auf. Er will zudem in Zivilverfahren millionenschweren Schadenersatz von den Verantwortlichen einklagen.

Anfang des Jahres hatte ThyssenKrupp allerdings bei einer 191 Millionen Euro schweren Schadenersatzklage gegen einen Bereichsvorstand vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf einen Rückschlag erlitten. Der Prozess in Bochum dauert mindestens bis Ende Oktober. Im Mai war ein erstes Verfahren gegen Manager von Voestalpine gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.

Quelle: n-tv.de

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