Wirtschaft
Mit dem Stahl hat der Traditionskonzern ThyssenKrupp weitgehend abgeschlossen.
Mit dem Stahl hat der Traditionskonzern ThyssenKrupp weitgehend abgeschlossen.(Foto: REUTERS)
Montag, 25. September 2017

56,6 Millionen neue Aktien: Thyssenkrupp bittet Investoren zur Kasse

Der Umbau von Thyssenkrupp kommt zuletzt zügig voran, der Aktienkurs steigt. Diese Situation nutzt der Konzern, um voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt einzusammeln.

Der Stahl- und Technologiekonzern Thyssenkrupp nutzt den zuletzt deutlich gestiegenen Aktienkurs für eine Kapitalerhöhung. Ausgegeben werden sollen knapp 56,6 Millionen neue Aktien, die zum aktuellen Kurs einen Wert von knapp 1,4 Milliarden Euro haben. Der Dax-Konzern teilte mit, dadurch werde das Grundkapital um 10 Prozent erhöht.

Die Transaktion soll ganz schnell gehen: Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre wird ausgeschlossen, die Emission startet noch an diesem Montag über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren, in dem die neuen Aktien institutionellen Investoren angeboten werden. Für die Durchführung der Transaktionen wurden BNP Paribas, Commerzbank und JP Morgan Securities mandatiert.

Thyssenkrupp befindet sich im Umbau und ist hoch verschuldet, da ist frisches Geld hochwillkommen. Nach dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA und der Vereinbarung über eine geplante Fusion der europäischen Stahlaktivitäten mit der indischen Tata würden sich wesentliche Bilanzkennziffern signifikant verbessern, insbesondere die Eigenkapital- und die Verschuldungsquote, teilte Thyssenkrupp mit.

Mit Stahlinvestitionen verhoben

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Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger sagte, mit der Grundsatzvereinbarung über das Gemeinschaftsunternehmen mit Tata gebe es zwar Klarheit, wohin die Reise geht. Bis sich die positiven Effekte aus der Transaktion auf die Bilanz auswirkten, brauche es aber Zeit. "Diese Zeit nutzen wir, um schon jetzt unsere Industriegütergeschäfte zu stärken." Hiesinger will sich demnach mit der Kapitalerhöhung den finanziellen Handlungsspielraum schaffen, um das organische Wachstum der Industriegütergeschäfte zu unterstützen und gleichzeitig notwendige Restrukturierungsinitiativen schneller voranzutreiben.

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp hat sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt und notierte zum Handelsschluss auf Xetra mit 24,70 Euro leicht im Minus. Nach Ankündigung der Kapitalerhöhung ging es im Parketthandel um weitere 1,3 Prozent nach unten.

Der Konzern hatte sich mit hohen Investitionen im Stahlgeschäft verhoben. Überkapazitäten im Stahlbereich taten ein Übriges und führten den Konzern in die Krise. Die Aufräumarbeiten sind aber inzwischen schon weit fortgeschritten. Die Technologiebereiche - etwa das Aufzugsgeschäft - wachsen rasch, und auf ihnen ruhen die Hoffnungen für die Zukunft.

Quelle: n-tv.de

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