Wirtschaft
Heck und Antriebspropeller von "U36", aufgenommen auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems in Kiel.
Heck und Antriebspropeller von "U36", aufgenommen auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems in Kiel.(Foto: dpa)

Klinkenputzen in Australien: Thyssenkrupp kämpft um U-Boot-Auftrag

Umgerechnet 34 Milliarden Euro will Australien für zwölf neue U-Boote ausgeben. Thyssenkrupp lockt in Down Under mit Arbeitsplätzen. Sogar der deutsche Botschafter wirft sich für den Dax-Konzern in die Bresche.

Thyssenkrupp hat im Rennen um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Australien 2000 neue Arbeitsplätze versprochen. Das Unternehmen werde im Falle eines Zuschlags ein Werk in Südaustralien bauen, sagte der Chef des zuständigen Geschäftsbereichs, Hans Atzpodien, in Canberra. Für den Dax-Konzern wäre es einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte.

Australien braucht zwölf neue U-Boote und hat dafür mindestens 50 Milliarden australische Dollar (34 Milliarden Euro) bereitgestellt. Um den Auftrag bewerben sich auch Japaner und Franzosen. "Die deutsche Option ist die einzige, die garantiert, dass die zwölf U-Boote gänzlich in Australien gebaut werden", sagte Atzpodien. "Wir würden Schlüsselteile aus Deutschland liefern, auch, wenn der Großteil der U-Boote in Australien produziert und entwickelt wird." Zudem öffne ein solcher Auftrag Türen: Kanada könnte an ähnlichen U-Booten interessiert sein.

Allerdings hatte Shunichi Miyanaga, Chef der japanischen Mitsubishi Heavy Industries,  in dieser Woche gesagt, dass sein Unternehmen bereit sei, die U-Boote in Australien statt Japan zu bauen. Auch der französische Bieter DCNS will in Australien bauen.

Wie die Konkurrenz war Atzpodien in der australischen Hauptstadt, um für sein Angebot zu werben. Er stellte sich zusammen mit dem deutschen Botschafter Christoph Müller dem Presseclub Australiens. "Unsere Regierung steht voll hinter diesem Projekt", sagte Müller.

Die Regierung in Down Under will dieses Jahr über die Vergabe eines Auftrags für neue dieselgetriebene U-Boote entscheiden.

Quelle: n-tv.de

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