Wirtschaft
Lufthansa kritisiert die Ticketsteuer.
Lufthansa kritisiert die Ticketsteuer.(Foto: dapd)

Zwei Millionen Passagiere weniger: Ticketsteuer belastet Airlines

Die Luftverkehrsangabe stößt bei den Fluggesellschaften auf wenig Gegenliebe. Ein vom Finanzministerium in Auftrag gegebenes Gutachten liefert den Airlines nun Argumentationshilfe.

Die Ticketsteuer auf Abflüge von deutschen Flughäfen hat der Luftverkehrswirtschaft im vergangenen Jahr erheblich geschadet. Das geht dem "Handelsblatt" zufolge aus einem Gutachten für die Bundesregierung hervor. "Ohne Einführung der Luftverkehrssteuer wären rund zwei Millionen Passagiere mehr ab und nach Deutschland geflogen", zitierte die Zeitung aus der Analyse. Vor wenigen Wochen hatte es im Finanzministerium noch geheißen, dass die 2011 eingeführte Abgabe den Fluggesellschaften kaum geschadet habe.

Die Fluggesellschaften mit Lufthansa und Air Berlin an der Spitze hatten heftig gegen die Steuer protestiert, weil sie den Wettbewerb zu ihren Lasten verzerre. Sie gehen sogar von fünf Millionen entgangenen Passagieren aus. Im vergangenen Jahr hat der Staat mit der Abgabe 961 Mio. Euro eingenommen, in den ersten vier Monaten 2012 waren es laut Finanzministerium 265 Mio. Euro. Die Zahl der Fluggäste in Deutschland stieg 2011 im Vergleich zu 2010 dennoch um fünf Prozent auf 198,2 Millionen. Bis Ende dieses Monats will die Regierung für den Bundestag einen Bericht über die Effekte der Steuer erstellen.

Laut dem Gutachten, das der Zeitung vorliegt, weichen Passagiere vor allem auf grenznahe Flughäfen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden aus. Vor allem das Low-Cost-Segment in der Branche leide unter der Steuer, da sie im Vergleich zu höheren Ticketpreisen zu einem stärkeren prozentualen Preisaufschlag führe, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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