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Print-Krise trifft Internet-Krise: Time-Verlag interessiert sich für Yahoo

Insider wollen es bereits wissen: Der Verlag des "Time"-Magazine liebäugelt mit dem Gedanken, Teile des kriselnden Internet-Konzerns Yahoo zu kaufen. Die Hoffnung: Eine Symbiose mit dem von der Print-Krise gebeutelten Verlag könnte beide retten.

Der Time-Verlag interessiert sich einem Insider zufolge für das Kerngeschäft des kriselnden Internet-Pioniers Yahoo. Der Herausgeber der Magazine "Time", "People" und "Sports Illustrated" lote seit Wochen den Kauf der Suchenmaschinen-, Mail- und Nachrichtendienste von Yahoo aus, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person. Dazu habe sich Time die Hilfe von Banken geholt.

Den Analysten von SunTrust Robinson Humphrey zufolge hat das Kerngeschäft von Yahoo einen Wert von sechs bis acht Milliarden Dollar. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Time habe sich mit einem Modell der Bank Citigroup befasst. Dabei gehe es um einen steuerfreien Deal bei der Übernahme eines abgespaltenen Konzernteils. Yahoo und Time wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Auch Citigroup war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Angesichts der Dominanz der Rivalen Google und Facebook geriet Yahoo immer mehr ins Hintertreffen. Der Konzern plante zuletzt eine Abspaltung des schwächelnden Internet-Kerngeschäfts und ein Festhalten am milliardenschweren Anteil am chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, der als sein Kronjuwel gilt. Nach einem Verlust im vierten Quartal stellte Yahoo die Internet-Sparte kürzlich ins Schaufenster. Yahoo-Aktionär Canyon Capital erhöhte derweil den Druck. Die Investmentgesellschaft verlangte von dem Konzern in einem Schreiben, den Verkauf des Kerngeschäfts schnell einzuleiten.

Der Time-Verlag versucht seit längerem, die wegbrechenden Werbeeinnahmen aus dem klassischen Printgeschäft durch den Ausbau des Digitalbereichs wettzumachen. Dazu will er mit MySpace bereits einen Pionier bei sozialen Netzwerken kaufen. Auch der US-Telekommunikationskonzern Verizon gilt als Kandidat für das Yahoo-Internet-Geschäft. Ihm gehört bereits der geschrumpfte Online-Veteran AOL.

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Quelle: n-tv.de

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