Wirtschaft
Wer hat die Macht im Schlachthaus?
Wer hat die Macht im Schlachthaus?(Foto: picture alliance / Bernd Thissen)

Konzern neu strukturiert: Tönnies-Clan begräbt das Kriegsbeil

Die Tönnies-Gruppe erwirtschaftet jährlich Milliarden mit dem Schlachten von Schweinen und Rindern. Um die Vorherrschaft im Konzern ringen der Firmenchef und sein Neffe auch vor Gericht. Nun gibt es eine Einigung.

Im seit Jahren schwelenden Familienstreit um Deutschlands größten Fleischbetrieb Tönnies gibt es eine Einigung.  Firmenchef Clemens Tönnies und sein Neffe Robert hätten sich gemeinsam mit Clemens Tönnies' Sohn Maximilian auf eine Neuordnung der Tönnies-Gruppe und der Zur Mühlen Gruppe geeinigt, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Damit würden alle gerichtlichen und sonstigen Auseinandersetzungen unter den Gesellschaftern endgültig beigelegt "und die in diesem Rahmen erhobenen Vorwürfe gegenstandslos".

Drei Männer - vier Fäuste: Robert, Clemens und Maximilian (v.l.n.r.) geben sich zufrieden nach der Einigung - auch wenn so manche Hand noch etwas verkrampft wirkt.
Drei Männer - vier Fäuste: Robert, Clemens und Maximilian (v.l.n.r.) geben sich zufrieden nach der Einigung - auch wenn so manche Hand noch etwas verkrampft wirkt.(Foto: Pressebereich Tönnies)

Die Einigung sieht vor, dass unter dem Dach einer künftigen Tönnies Holding alle bisherigen Aktivitäten der beiden Unternehmensgruppen fortgeführt und weiterentwickelt werden. Clemens und Robert Tönnies sind an der Holding gleichberechtigt beteiligt. Clemens Tönnies wird zudem seinen 26 Jahre alten Sohn Maximilian beteiligen, um den Generationswechsel einzuleiten. "Mit unserem Einigungsvertrag ziehen wir einen Schlussstrich unter die Vergangenheit und richten unseren Blick gemeinsam auf eine erfolgreiche Zukunft von Tönnies", hieß es weiter.

Die Holding werde als Familienholding von Clemens und Robert Tönnies gemeinsam mit einem Beirat geleitet. An der Unternehmensspitze soll künftig die aus vier Mitgliedern bestehende Geschäftsführung der Tönnies Holding stehen, die zu gleichen Teilen von den Gesellschaftern der beiden Familienstämme bestellt werden. Die Einigung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Der 60-jährige Clemens und der 38-jährige Robert Tönnies hatten sich seit mehr als fünf Jahren in verschiedenen Gerichtsverfahren gestritten. Im Kern ging es dabei um die Vorherrschaft in dem Unternehmen, das 2016 weltweit mit 12.500 Mitarbeitern 6,35 Milliarden Euro Umsatz mit dem Schlachten von Schweinen und Rindern gemacht hat.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen