Wirtschaft
Anleger scheuen derzeit das Risiko und investierten in sichere Häfen wie dem Yen.
Anleger scheuen derzeit das Risiko und investierten in sichere Häfen wie dem Yen.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger flüchten in den Yen: Tokios Börse fällt auf tiefsten Stand seit 2014

Die Sorgen um die Weltwirtschaft setzt den Aktienmärkten weiter zu. In Asien fällt der japanische Index Nikkei das erste Mal seit Ende 2014 wieder unter die Marke von 16.000 Punkten. Vor allem Aktien von Finanzhäusern brechen ein.

In Asien hat der Ausverkauf bei Bank-Aktien, ein starker Yen und fallende Ölpreise die Börse in Tokio auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gedrückt. Investoren sorgten sich über die Weltwirtschaft und damit einhergehend über die Stabilität des Finanzsektors. Zusätzlich drückte der jüngst von der japanischen Zentralbank eingeführte Strafzins für Banken auf die Stimmung am Markt, sagten Analysten.

Zudem scheuten Anleger das Risiko und investierten in sichere Häfen wie dem Yen. Eine starke Währung belastet allerdings die exportorientierten Firmen des Landes. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 2,3 Prozent tiefer bei 15.713 Punkten und damit erstmals seit 31. Oktober 2014 unter der Marke von 16.000 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank 3,0 Prozent und schloss bei 1265 Punkten. "Dies ist der erste nachhaltige Bärenmarkt, den ich seit der globalen Finanzkrise beobachte", sagte Marktstratege Evan Lucas von IG in Melbourne.

Wechselkurse lasten auf Unternehmens-Gewinnen

Seit Ministerpräsident Shinzo Abe die Regierungsgeschäfte übernommen habe, "ging ein erheblicher Teil der verbesserten Gewinnsituation bei Unternehmen auf das Konto der Wechselkurse. Es gibt Bedenken, dass wir bei einer gegenläufigen Wechselkursentwicklung wieder auf Anfang gehen", sagte Aktienstratege Ichiro Yamada von Fukoku Mutual Life Insurance. Auch die Unsicherheit über die kurzfristige US-Geldpolitik bleibe ein Störfeuer. Daher messen Marktbeobachter der Anhörung von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses große Bedeutung bei. Diese ist aber erste am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit.

Bei den Einzelwerten schmissen Händler Finanzwerte erneut aus ihren Depots. Die Papiere der Finanzhäuser Mitsubishi UFJ Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial Group verloren 10,3 beziehungsweise 5,3 Prozent. Aktien der Mizuho Financial Group 5,8 Prozent nach. Die Märkte in China blieben feiertagsbedingt geschlossen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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