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Wirtschaft

Montag, 07. Dezember 2009

Notfallkoffer für die EZB: Trichet sieht Lücken

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet fordert für den Fall des Zusammenbruchs einer Großbank zusätzliche Kompetenzen. Mit den neuen Instrumenten will der Notenbanker notfalls eine "Serie von Schockwellen" stoppen.
Mit diesen Händen greift er in den Finanzmarkt: Jean-Claude Trichet.

Mit diesen Händen greift er in den Finanzmarkt: Jean-Claude Trichet.
(Foto: REUTERS)

Die jüngste Krise habe Lücken in den rechtlichen Möglichkeiten der EU-Staaten aufgedeckt, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Aufsichtsbehörden müssen über angemessene Instrumente verfügen, um schnell genug bei einer für das Gesamtsystem relevanten Finanzinstitution intervenieren zu können und damit einer Serie von Schockwellen im Finanzsystem vorzubeugen." Die aktuellen Gesetze in Europa reichten für einen solchen Fall nicht aus.

Kritisch äußerte sich Trichet zur Idee eines "Testaments" für Banken, in dem diese für den Fall eines Zusammenbruchs einen Rettungs- und Abwicklungsplan vorlegen sollen. Dies sei zwar ein interessanter Ansatz, er werfe jedoch "sehr, sehr wichtige juristische Fragen" auf, sagte Trichet, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 hatte das internationale Finanzsystem in die tiefste Krise seit Jahrzehnten gestürzt. Seit damals suchen Regierungen, Notenbanken und Aufsichtsbehörden nach Lösungen, wie systemrelevante Banken so schonend wie möglich und geordnet insolvent gehen können.

Einer der Vorschläge ist ein "Testament zu Lebzeiten", das die geordnete Abwicklung einer Großbank ermöglichen und gleichzeitig sicherstellen soll, dass die Schieflage eines einzelnen Hauses keinen Dominoeffekt auslöst, der das Finanzsystem ins Wanken bringen könnte.

mmo/rts

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