Wirtschaft
Commerzbank-Chef Martin Blessing. Seine Haus verfolgt eine "Null-Toleranz-Politik".
Commerzbank-Chef Martin Blessing. Seine Haus verfolgt eine "Null-Toleranz-Politik".(Foto: picture alliance / dpa)

Devisenhändler beurlaubt: Commerzbank räumt Tricksereien ein

Wer hat alles an den Devisenkursen gedreht? Offenbar gibt es viel Klärungsbedarf. Nicht nur die Bafin, auch die Banken versuchen sich ein Bild zu machen. Erstmals räumt auch die Commerzbank einen Manipulationsversuch ein.

Laut Bafin gab es keine Manipulationen bei den großen Währungspaaren Euro/Dollar.
Laut Bafin gab es keine Manipulationen bei den großen Währungspaaren Euro/Dollar.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Commerzbank hat zwei Devisenhändler suspendiert. Informationen des "Wall Street Journal Deutschland" zufolge sollen die beiden im Januar versucht haben, den Wechselkurs des Euro zum polnischen Zloty zu manipulieren. Die Bank bestätigte die Suspendierung.

"Die Bank verfolgt eine Null-Toleranz-Politik hinsichtlich der Verletzung von Compliance-Richtlinien, dies gilt auch schon beim Versuch vorschriftswidrigen Verhaltens. Daher hat die Commerzbank sofort gehandelt, nachdem Vorbereitungen zum Verstoß gegen Compliance-Richtlinien erkannt wurden", sagte ein Sprecher von Commerzbank Corporates & Markets. Die Bank gehe von einem Einzelfall aus und davon, dass weder die Bank noch die beiden Mitarbeiter von der versuchten Manipulation profitiert haben.

Damit wird erstmals bei der Commerzbank ein Manipulationsfall bekannt. Die Aufsichtsbehörden untersuchen seit dem vergangenen Jahr weltweit alle möglichen Manipulationen am Devisenmarkt sowie an den Referenzzinssätzen Libor und Euribor durch Mitarbeiter von Banken.

Zuletzt hatte die Deutsche Bank im Januar Händler in New York suspendiert und später entlassen, von denen mindestens einer den Handel mit argentinischen Pesos manipuliert haben soll. Auch britische und amerikanische Banken haben bereits Mitarbeiter entlassen, denen nach der Analyse von internen Chatprotokollen Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. Die Institute, darunter auch die Deutsche Bank, haben im Rahmen dieser Ermittlungen bereits Strafen in Milliardenhöhe an die Aufseher gezahlt.

"Viele Einzelfälle"

Erst am Vortag hatte die Finanzaufsicht Bafin erklärt, im Devisenskandal liefen Untersuchungen bei mehreren deutschen Banken. Auch die Deutsche Bank ist betroffen. Die Manipulation von Währungen werde die Finanzaufsicht noch lange beschäftigen, hieß es. Ein Ende der Untersuchungen in diesem Jahr schloss Bafin-Direktor Raimund Röseler auf der Jahrespressekonferenz aus. Die Anzahl der Beteiligten sei viel größer als ursprünglich angenommen, erklärte er. Auf ein Ende der Untersuchungen hofft er "deutlich vor 2018".

 Die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung von Marktmanipulationen bezeichnete er als "beunruhigend". Nicht umsonst wurden Händler freigestellt, wie er erläuterte. Ein organisiertes Vorgehen schloss er nach den bisherigen Erkenntnissen aus. "Es gab viele Einzelfälle", sagte Röseler.Das ist eine Entlastung für den Vorstand der Deutschen Bank. In Deutschland hat die Bank Händler freigestellt.

Von dem Versuch, Währungen zu manipulieren, waren laut Röseler nicht die ganz großen Devisen wie US-Dollar oder Euro betroffen.

Quelle: n-tv.de

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