Zurück in GriechenlandTroika steht vor neuem Kraftakt

Die internationalen Geldgeber reisen wieder nach Athen: Die Troika will das zweite Hilfspaket über 130 Milliarden Euro auf den Weg bringen. Auch Gespräche zum Schuldenschnitt sind geplant. Die Task Force nimmt ebenfalls ihre Arbeit wieder auf. Während die Experten versuchen, den griechischen Haushalt zu sanieren, plündern die Bürger ihre Konten.
Die
"Troika" setzt ihre Kontrollen im
pleitebedrohten Griechenland fort. Dutzende Experten der EU, des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank wollen ab
Montag Möglichkeiten für eine Rettung des pleitebedrohten Landes prüfen und
später Maßnahmen vorschlagen. Im Mittelpunkt steht das neue Hilfsprogramm in
Höhe von 130 Mrd. Euro.
Auch die
Experten der sogenannten Task Force der Europäischen Union unter Führung des
deutschen Horst Reichenbach wird in Athen die Arbeit wieder aufnehmen, wie es
aus Kreisen des Athener Finanzministeriums hieß. Reichenbachs Experten beraten
Athen bei der Frage, wie die Regierung die Steuerhinterziehung bekämpfen, das
Budget kürzen und den Staat transparenter machen kann.
Die
"Troika" kontrolliert diesmal nicht nur die Bücher: Auf unteren
Ebenen wurden bereits in den vergangenen Tagen Gespräche darüber geführt, wie
weit die Verhandlungen über den freiwilligen 50-prozentigen Schuldenschnitt für
das Land gediehen sind. Wie die dpa aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr,
verliefen diese Verhandlungen bislang "sehr schwierig".
Griechen räumen Konten leer
Die
Sonntagzeitung "To Thema" berichtete, in den vergangenen Monaten
hätten 500.000 Griechen ihr Geld ins Ausland geschafft. Nach
Zentralbank-Statistiken waren es in den vergangenen zwei Jahren knapp 62 Mrd.
Euro. Allein im September und Oktober dieses Jahres flossen etwa 14 Mrd. Euro
an Geldeinlagen von Privatkunden und Unternehmen von den heimischen Finanzinstituten
ab. Die s habe sich auch im November in starkem Maße fortgesetzt, teilte die
griechische Notenbank (Bank of Greece) mit.
Die
Geldeinlagen der Griechen sanken Medienberichten zufolge bis Ende Oktober auf
den Rekord-Tiefstand von 182,5 Mrd. Euro. Vor Ausbruch der tiefen Krise im
Dezember 2009 hatten die Geldeinlagen noch bei über 244 Mrd. Euro gelegen.
Athen
erhielt im Rahmen des alten Hilfsprogramms aus dem Jahr 2010 bereits 110
Mrd. Euro Finanzmittel überwiesen. Ohne die letzte Rate, die erst kürzlich
nach langem Hin und her angewiesen wurde, wäre Griechenland Anfang
Dezember pleite gewesen.