Wirtschaft
Die deutsche Industrie schrumpft erstmals seit einem Jahr. Unternehmen machen dafür unter anderem die Russland-Sanktionen verantwortlich.
Die deutsche Industrie schrumpft erstmals seit einem Jahr. Unternehmen machen dafür unter anderem die Russland-Sanktionen verantwortlich.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche Industrie schrumpft: Trübe Aussichten für Unternehmen

Die Wachstumsphase in der deutschen Industrie läuft offenbar aus und geht in eine Stagnation über. Das geht aus einer Umfrage des Markit-Instituts hervor. Und der Blick in die Zukunft verspricht ebenfalls keine gute Aussicht.

Die deutsche Industrie ist im September erstmals seit mehr als einem Jahr geschrumpft. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,5 auf 49,9 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilte. Damit liegt das Barometer erstmals seit mehr als einem Jahr wieder unter der Schwelle von 50 Zählern, ab der es Wachstum anzeigt.

Belastend auf die Stimmung bei den Unternehmen wirkten sich den Angaben zufolge die Auftragseingänge aus, die erstmals seit Juli 2013 rückläufig waren. Einige führten dies auf die sinkende Binnennachfrage zurück. "Befragte Unternehmen machten vor allen das schwache Marktumfeld, die Russland-Sanktionen und ein geringes Wachstum der Hauptexportmärkte für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.

Kolodseike sprach von einem eher düsteren Bild der Lage in der deutschen Wirtschaft. Er verwies auch auf den Deflationsdruck, denn erstmals seit März hätten sich sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise gegenüber dem Vormonat reduziert. Positiver sei die Beschäftigungssituation, da die dreimonatige Phase mit einem Stellenabbau im September ausgelaufen sei.

Auch die Aussichten trübten sich ein. Die Aufträge schrumpften so stark wie seit Ende 2012 nicht mehr. Verantwortlich dafür sei eine sinkende Binnennachfrage. Die Exportaufträge legten zwar zu, allerdings schwächer als in den 13 Vormonaten. Maßgeblich hierfür seien sowohl die Russland-Sanktionen als auch ein schwaches Wachstum von Hauptexportmärkten wie China. Trotzdem stellten die Unternehmen mehr Mitarbeiter ein.

Quelle: n-tv.de

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