Wirtschaft
Regierungschef Alexis Tsipras fordert mehr Zusammenarbeit - und zwar von seinen Beamten mit der Troika.
Regierungschef Alexis Tsipras fordert mehr Zusammenarbeit - und zwar von seinen Beamten mit der Troika.(Foto: REUTERS)

Athen will Einigung nächste Woche: Tsipras ermahnt die eigenen Beamten

Seit dem Wochenbeginn verhandeln Griechenland und die Geldgeber über eine Reformliste für das von der Pleite bedrohte Land. Diese soll nun kommende Woche stehen, ist sich Athen sicher.

Griechenland rechnet nicht mit einer Einigung mit den Geldgebern vor Ostern. Allerdings zeigt sich Athen weiter optimistisch, zu einer Verständigung zu kommen. "Ich halte es für sicher, dass wir kommende Woche abschließen werden", sagte Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis im griechischen Fernsehen. Bis dahin werde man sich auf die notwendigen Reformen verständigen. Ungeachtet der andauernden Gespräche soll ein Untersuchungsausschuss des Parlamentes klären, wer für die nach der Finanzkrise 2009 verhängten Sparprogramme verantwortlich ist.

Zugleich erteilte Stathakis dem Vorhaben vorläufig eine Absage, den Mehrheitsanteil von 67 Prozent am Hafen von Piräus zu verkaufen. Stattdessen würde nun ein Joint-Venture bevorzugt. Über die Privatisierung des Hafens wird seit langem gestritten.

Tsipras bemängelt fehlende Kooperationsbereitschaft

Am Vorabend hatte Regierungschef Alexis Tsipras bei einer Sondersitzung seine für Finanzen zuständigen Minister aufgefordert, die Kooperation mit den Kontrolleuren der Geldgeber zu intensivieren. Wie die griechische Presse übereinstimmend weiter berichtete, bemängeln die Experten der Geldgeber, dass viele Ministerien seit Wochen keine Kooperationsbereitschaft zeigen und keine belastbaren Fakten vorlegen.

Am heutigen Nachmittag soll sich die Arbeitsgruppe der Eurogruppe mit dem Problem Griechenland befassen. Athen braucht dringend die nächste Tranche der Finanzhilfe der internationalen Geldgeber von 7,2 Milliarden Euro. Die Links-Rechts-Regierung braucht aber dazu das grüne Licht der Kontrolleure der Geldgeber aus EU, Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB). Athen hat dazu eine Reformliste vorgelegt. Diese hat aber die Kontrolleure nicht befriedigt.

Ausschuss ist Wahlversprechen

Mit Blick auf den Untersuchungsausschuss sagte ein Sprecher der der linken Regierungspartei, dass dieses Gremium dem Volk versprochen worden sei. Wie es aus Kreisen der Regierungspartei hieß, soll eine Abstimmung zur Einberufung des Parlamentsausschusses kommende Woche stattfinden.

Die Untersuchungen werden die Amtszeit des sozialistischen Regierungschefs Giorgos Papandreou (2009 bis 2011), des parteilosen Übergangs-Regierungschefs Lucas Papademos (2011 bis 2012) und die Amtszeit der Koalitionsregierung der Konservativen und der Sozialisten (Juni 2012 bis Januar 2015) unter dem Ex-Premier Antonis Samaras betreffen.

Die Opposition fordert, dass der Ausschuss auch die Aktionen der Regierungen untersucht, die das Land vor 2009 zur Finanzkrise geführt hatten. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia bezeichnete den Vorstoß unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras als ein Ablenkungsmanöver. Die Regierung "gibt dem Volk Spiele weil sie den Menschen kein Brot geben kann", hieß es in einer Erklärung.

Quelle: n-tv.de

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