Wirtschaft
Blick über Istanbul. Die Lira gerät nach den Anschlägen unter Druck.
Blick über Istanbul. Die Lira gerät nach den Anschlägen unter Druck.(Foto: picture alliance / dpa)

Lira unter Abwertungsdruck: Türkei bangt um ihr Wachstum

Der Syrien-Krieg und die angespannte innenpolitische Lage setzen der Türkei auch ökonomisch massiv zu. Die Regierung in Ankara geht mit ihrer Wachstumsprognose für 2015 und 2016 runter. "Es kommt zu einer sehr schwierigen Zeit", sagt ein Analyst.

Die türkische Regierung hat ihre Wachstumsprognosen kräftig nach unten geschraubt. In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt nur um drei Prozent statt der bislang erwarteten vier Prozent zulegen, geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt hervor. Für 2016 wurde die Vorhersage auf vier von fünf Prozent zurückgenommen. Gleichzeitig erwartet die Regierung in Ankara eine höhere Inflation. Die Teuerungsrate soll demnach in diesem Jahr bei 7,6 (bisher: 6,3) Prozent liegen, 2016 bei 6,5 (5,0) Prozent.

Nach den verheerenden Bombenanschlägen vom Wochenende geriet die Landeswährung Lira am Montag unter Abwertungsdruck. Sie gab zum US-Dollar auf einen Kurs von 2,95 Lira zum Dollar nach, während der Aktienmarkt 0,3 Prozent verlor.

"Das kommt zu einer sehr schwierigen Zeit für die Türkei, sagte Analyst Tim Ash vom Broker Nomura. Viele der Risiken seien aber schon in den Kursen eingepreist. Finanzminister Mehmet Simsek hatte kürzlich gewarnt, dass politische Instabilität die größte Gefahr für den Aufschwung sei.

Explosive politische Lage

Der Konflikt mit kurdischen Rebellen hatte sich zuletzt wieder verschärft. Auch macht der Türkei der Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien zu schaffen. Zudem war es Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach der jüngsten Wahl nicht gelungen, eine Koalitionsregierung zu bilden. Daher kommt es am 1. November zu einer Neuwahl.

Die türkische Regierung vermutet die in Syrien und Irak kämpfende Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hinter den beiden Anschlägen auf einen Friedensmarsch in Ankara am Samstag. Die Zahl der Todesopfer war weiter unklar. Die pro-kurdische Partei HDP gab sie mit 128 an, während die Regierung erklärte, 97 Menschen seien getötet worden. Am Sonntag hatten Tausende Menschen gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan protestiert, dem sie eine Mitschuld an den Anschlägen gaben.

Quelle: n-tv.de

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