Wirtschaft
Die Türkische Lira leidet derzeit aus einem Mix verschiedener Probleme.
Die Türkische Lira leidet derzeit aus einem Mix verschiedener Probleme.(Foto: REUTERS)

Druck von mehreren Seiten: Türkische Lira stürzt weiter ab

Viele schlechte Nachrichten lasten derzeit auf der türkischen Währung und lassen die Lira ein Rekordtief nach dem anderen markieren. Die nahende Zinswende in den USA macht der Lira zu schaffen, aber auch die politische Unsicherheit lastet auf dem Kurs.

Die Türkische Lira fällt weiter von Rekordtief zu Rekordtief gegenüber dem US-Dollar. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 0,8 Prozent und stand mit 3,069 Lira so hoch wie nie zuvor. Gleiches galt für den Euro, der um 0,7 Prozent auf 3,4784 Lira zulegte. Türkische Anleihen warfen die Anleger ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 10,57 von 10,48 Prozent. Der Leitindex der Istanbuler Börse kam kaum vom Fleck.

Die Lira erfährt derzeit Gegenwind von mehreren Seiten. Wie andere Schwellenlandwährungen auch leidet sie unter der erwarteten Zinswende in den USA. Schon am Donnerstag könnten in den USA erstmals seit acht Jahren die Zinsen wieder angehoben werden. Viele Anleger ziehen in diesem Umfeld Investitionen aus Schwellenländern ab, um von höheren Zinsen im vermeintlich sichereren Dollar zu profitieren.

Außerdem sorgen in der Türkei politische Unwägbarkeiten für Druck auf die Landeswährung. Die für den 1. November geplanten vorgezogenen Neuwahlen, innenpolitische Machtkämpfe und der wieder aufgeflammte Konflikt mit den Kurden setzen auch der Wirtschaft zu.

Dabei ist die türkische Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen April und Juni um 3,8 Prozent zu, teilte die türkische Statistikbehörde vergangene Woche mit. Allerdings immer noch weiter weniger als in den Jahren 2010 und 2011, als die Türkei Wachstumsraten von mehr als acht Prozent verbuchen konnte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen