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Verlust hält sich in Grenzen: Tui verbucht Einbruch bei Türkeireisen

Der Anschlag auf eine deutsche Touristengruppe in Istanbul ist für den Reisekonzern Tui deutlich zu spüren: Die Buchungen für die Türkei gehen um rund 40 Prozent zurück. Mit seinen Zahlen zum jüngsten Quartal kann Tui jedoch überzeugen.

Beim Reisekonzern Tui bricht nach dem Anschlag auf deutsche Touristen in Istanbul die Nachfrage nach Türkei-Urlauben ein. Die Buchungen für den Sommer liegen 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzern sehe sich in der Lage, schnell auf die Veränderungen zu reagieren und Gästen Angebote in anderen Destinationen zu machen.

Zum Winterstart konnte Tui aber trotz der Krisen in Ägypten und Tunesien den branchenüblichen operativen Verlust leicht eindämmen. Dieser verringerte sich auf 101,7 Millionen von 104,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen - Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember ließ jedoch der schwierige Börsengang der Container-Reederei Hapag-Lloyd den Nettoverlust um gut drei Viertel auf 184 Millionen Euro anschwellen. Tui musste den Wert der verbliebenen Hapag-Beteiligung um knapp 42 Millionen Euro nach unten korrigieren.

Tui hält an seiner Prognose fest

Am Ausblick für das Gesamtjahr hält der Touristikkonzern indes fest: Tui erwartet im laufenden Jahr unverändert ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses um mindestens zehn Prozent. Der Umsatz soll dabei um mindestens drei Prozent zulegen.

Der Hannoveraner Konzern hatte im vorvergangenen Jahr die Fusion mit der britischen Tochter Tui Travel auf den Weg gebracht, die mittlerweile unter Dach und Fach ist. Der Konzern hat sich für London als Hauptbörse entschieden, seine Aktie ist inzwischen aus dem MDax geflogen. Nach dem Zusammenschluss will Tui sich als integrierter Anbieter aufstellen, also Urlaubern alle Leistungen, wie Flug und Hotel, aus einer Hand anbieten.

Mit Ablauf der heute in Hannover stattfindenden Hauptversammlung übernimmt Friedrich Joussen den alleinigen Vorstandsvorsitz. Der ehemalige Tui-Travel-Chef und Co-Chef Peter Long stellt sich zur Wahl in den Aufsichtsrat.

Quelle: n-tv.de

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