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Dividende angehoben: Turbulenzen beflügeln Deutsche Börse

Für Anleger sind es unruhige Zeiten - für de Börsenplatzbetreiber sind sie indes lukrativ. Die Deutsche Börse weist für das vergangene Jahr deutlich höhere Erlöse aus. Und dies soll nicht einmalig so sein.

Das heftige Auf und Ab an den Kapitalmärkten hat der Deutschen Börse im vergangenen Jahr kräftig Auftrieb verliehen. Die Nettoerlöse legten um 16 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro zu und stiegen damit den höchsten Wert seit der Finanzkrise, wie der Börsenbetreiber in Eschborn bei Frankfurt mitteilte. Das ließ das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) um knapp 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigen. Hauptverantwortlich dafür war die Berg- und Talfahrt an den Märkten - ausgelöst unter anderem von der Griechenland-Krise, dem geringeren Wirtschaftswachstum in China und dem VW -Skandal. Wenn die Volatilität hoch ist, wird in der Regel auch mehr gehandelt. Dann sind auch Hochfrequenzhändler aktiver, die bei der Deutschen Börse für 20 bis 25 Prozent der Erlöse verantwortlich sind.

Unter dem Strich verdiente der im Dax notierte Konzern allerdings mit 665,5 Millionen Euro 13 Prozent weniger als 2014. Grund für das schwächere Netto-Wachstum sind einmalige Kosten für ein Sparprogramm und Aufwendungen für Übernahmen im Sommer. Zudem hatte ein Sondereffekt 2014 für einen positiven Beitrag gesorgt, der sich nicht mehr wiederholte. Die Dividende soll trotzdem um 15 Cent auf 2,25 Euro pro Aktie steigen.

Das im Sommer 2015 verabschiedete Umbauprogramm habe "zu schönen Anfangserfolgen geführt", sagte der neue Vorstandschef Carsten Kengeter. "Wir beschleunigen das Wachstum der Gruppe durch eine Vielzahl von neuen Initiativen."

Kengeter hat Deutschlands größten Börsenbetreiber seit seinem Amtsantritt im Juni 2015 kräftig umgekrempelt. Für insgesamt 1,3 Milliarden Euro kaufte der langjährige Investmentbanker die Devisenhandelsplattform 360T und zwei Index-Anbieter. Zudem baute er die Vorstandsressorts grundlegend um, verpflichtete Experten von außen und gab im Rahmen eines "Beschleunigungsprogramms" neue Ziele für 2018 aus.

Bis dahin sollen die Nettoerlöse pro Jahr um fünf bis zehn Prozent klettern, das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) um zehn bis 15 Prozent. Diese Wachstumsziele bekräftigte Finanzchef Gregor Pottmeyer auch für das laufende Jahr. "Bislang verläuft der Jahresauftakt vielversprechend."

Quelle: n-tv.de

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