Wirtschaft
Kweku Adoboli
Kweku Adoboli(Foto: Reuters)

Schwere Vorwürfe: UBS-Zocker wollte Ego stärken

Kweku Adoboli hatte kein magisches Händchen, denn er hat sich zu Lasten seiner Bank UBS mächtig verzockt. Beim Prozess in London wirft ihm die Staatsanwältin vor, Chaos angerichtet zu haben. Adoboli habe mit der betrügerischen Zockerei seine Reputation bei der Schweizer Großbank verbessern wollen.

Der frühere UBS-Händler Kweku Adoboli hat nach Überzeugungder Staatsanwaltschaft bei der Schweizer Großbank 2,3 Milliarden US-Dollar in betrügerischerAbsicht verzockt.

Er habe geglaubt, ein magisches Händchen zu besitzen.Statt dessen haben er Chaos und ein Desaster für sich selbst und für alle um ihnherum angerichtet, erklärte Staatsanwältin Sasha Wass vor den zwölf Geschworenenim Londoner Southwark Crown Court, einem auf Wirtschaftssachen spezialisierten Gericht.In einer Phase habe er sogar einen Verlust von fast zwölf Milliarden Dollar riskiert.Adoboli hat die Vorwürfe des Betrugs und der Falschbuchführung in jeweils zwei Fällenzurückgewiesen.

Adobolis Motiv für die Straftaten in der Zeitzwischen 2009 und 2011 sei gewesen, seine eigene Reputation bei der Bank zuverbessern, einen höheren Bonus zu erhalten und sein Ego zu stärken, sagte dieStaatsanwältin weiter. Der 32 Jahre alte Händler, der vor rund einem Jahr festgenommenwurde, habe aufgehört sich als professioneller Investmentbanker zu benehmen undsei stattdessen zu einem reinen Spieler geworden. Er habe sich immer mehr einerCasino-Mentalität hingegeben, gutes Geld schlechtem nachgeworfen und so die Existenzder Bank aufs Spiel gesetzt. Adoboli habe seine Handelslimiten überschritten unddas durch fiktive Transaktionen verheimlicht. Und er habe seine Vorgesetzten angelogen.

Adoboli wurde am 15. September 2011 festgenommen undblieb bis zu seiner Entlassung gegen Kaution am 8. Juni in Untersuchungshaft. Deraus Ghana stammende Sohn eines pensionierten UN-Diplomaten besitzt einen Abschlusseiner britischen Universität in Computerwissenschaften und Management.

Er kam 2006 zu UBS und übernahm zunächst Unterstützungsaufgaben.Zu der Zeit als die ihm zur Last gelegten Vorgängen passiert sein sollen arbeiteteer als Händler in einer Abteilung der UBS-Investmentbank, die mit Exchange TradedFunds (ETF) handelte.

Quelle: n-tv.de