Wirtschaft
In den Entwicklungsländern gehe ein Drittel des Ertrags nach der Ernte verloren, monieren die UN.
In den Entwicklungsländern gehe ein Drittel des Ertrags nach der Ernte verloren, monieren die UN.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Sinkenden Lebensmittelpreise: UN nimmt Sorge vor Hungersnot

Wird es im Jahr 2050 genug Nahrung für neun Milliarden Menschen geben? Die Vereinten Nationen und die OECD geben Entwarnung: Für die kommenden zehn Jahre und darüber hinaus könne der Bedarf gedeckt werden. Auch, weil ein Umdenken eingesetzt habe.

Die weltweite Lebensmittelproduktion wird der UN und der OECD zufolge die steigende Nachfrage der kommenden zehn Jahre decken können. Die "Achterbahnfahrt" bei der Produktion der jüngsten Vergangenheit sei vorbei, erklärten die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Ausblick für 2014 bis 2023. "Die Welt kann in den kommenden zehn Jahren genug Lebensmittel produzieren und sich auch der größeren Herausforderung stellen, bis 2050 neun Milliarden Menschen zu ernähren", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Die Lebensmittelpreise erreichten 2008 ein Rekordhoch, was in Staaten wie Ägypten, Kamerun und Haiti zu Unruhen führte. Vier Jahre später kam es erneut zu einer Preis-Spitze, die unter anderem auf schlechtes Wetter und Sorgen über Exportbeschränkungen zurückgeführt wird.

OECD: Noch zu viel Ineffizienz und Verschwendung

Als Reaktion darauf wurden den Experten zufolge die Produktion erhöht, was inzwischen zu einem Überschuss bei Weizen, Reis und Zucker führt. Entsprechend werden sinkende Preise erwartet: Beim Weizen dürfte er etwa in den kommenden zehn Jahren 13 Prozent unter dem Durchschnitt der vorherigen zehn Jahre liegen.

Allerdings warnte Gurria, die Lebensmittelsicherheit werde immer noch von Ineffizienz und Verschwendung bedroht. So gehe in den Entwicklungsländern immer noch ein Drittel des Ertrags nach der Ernte verloren. FAO-Generalsekretär Jose Graziano Da Silva rief die Regierungen deswegen auf, in Transportwege und Lagermöglichkeiten zu investieren.

Zwar hätten Indien und China in diesem Punkt Forschritte gemacht, andere Staaten dagegen kaum. Gurria rief auch dazu auf, den Einsatz von Biotreibstoffen zu überdenken. Sie seien ein Grund für die Preiserhöhungen und -Spitzen der vergangenen Jahre gewesen. Damals habe man Lebensmittel verbrannt. "Ich glaube, wir sind in dem Punkt etwas klüger geworden."

Quelle: n-tv.de

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