Wirtschaft
Ein überraschend starker Job-Report: In den USA entstehen im März und April mehr Arbeitsplätze als erwartet.
Ein überraschend starker Job-Report: In den USA entstehen im März und April mehr Arbeitsplätze als erwartet.(Foto: dpa)

Job-Report aus Washington: US-Arbeitsmarkt springt an

Lichtblick in den USA: Die offiziellen Daten zur Lage am US-Arbeitsmarkt zeichnen ein überraschend freundliches Bild. Im April entstehen deutlich mehr Arbeitsplätze als erwartet. Die größte Volkswirtschaft der Welt nimmt Fahrt auf.

In der US-Wirtschaft sind im April unerwartet viele Stellen entstanden. Offiziellen Angaben zufolge fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 165.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten nur mit 145.000 neu geschaffenen Stellen gerechnet.

Zusätzlich positiv: Im März gab es revidierten Angaben zufolge einen Zuwachs von 138.000 Arbeitsplätzen - das sind noch einmal 50.000 mehr als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenquote sank überraschend von 7,6 auf 7,5 Prozent. Sie liegt damit aber noch immer deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund 6 Prozent.

Insgesamt stellten Beobachter mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarktbericht fest, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal merklich an Schwung gewonnen hat. Das Bruttoinlandsprodukt stieg mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent, nachdem es Ende 2012 lediglich zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht hatte.

Folgen des Haushaltsstreits

Experten gehen aber davon aus, dass die Dynamik schon zu Beginn des zweiten Quartals wieder nachlässt, weil die Ausgabenkürzungen der Regierung und höhere Steuern bremsen dürften. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte erst vor kurzem die Wachstumsprognose für 2013 von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Am Devisenmarkt sorgte der offizielle Job Report aus Washington für Bewegung: Der Kurs des Euro fiel unmittelbar nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten unter die Marke bei 1,31 Dollar. Im deutschen Aktienhandel sprang der Dax in einer ersten Reaktion über die Marke von 8000 Punkten.

Zusätzlich veröffentlichte Konjunkturdaten zeichneten dagegen eher ein durchwachsenes Bild: Die durchschnittlichen US-Stundenlöhne stiegen um 0,04 Dollar auf 23,87 Dollar. Ökonomen hatten hier einen Zuwachs um 0,05 Dollar erwartet hatten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 auf 34,4 Stunden.

Kennziffern künftiger Wirtschaftskraft

Der Privatsektor der US-Wirtschaft, der rund 70 Prozent der gesamten Arbeitskräfte beschäftigt, schuf im April insgesamt 176.000 Jobs. Der unter massivem Sparzwang stehende öffentliche Sektor baute dagegen Arbeitsplätze ab.

Im verarbeitenden Gewerbe stagnierte die Beschäftigung, was sich Beobachtern zufolge vor allem auf das starke Gewicht der Automobilindustrie zurückführen lässt, denn die Industrie insgesamt büßte im April an Dynamik ein. Neue Daten zum Auftragseingang im produzierenden Gewerbe der USA wurden kurz nach Veröffentlichung des Job Reports erwartet.

Seit dem Ende der tiefen Rezession vor vier Jahren hat die US-Wirtschaft einen sehr holprigen Erholungspfad eingeschlagen, wobei besonders die flaue Entwicklung am US-Arbeitsmarkt enttäuschte. Mit den neuen Daten gibt es nun die Hoffnung auf einen stärkeren Beschäftigungsaufschwung, was über einen höheren Konsum auch der Gesamtwirtschaft zugute kommen würde.

Quelle: n-tv.de

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