Wirtschaft
Überraschend viele neue Jobs werden in den USA derzeit geschaffen.
Überraschend viele neue Jobs werden in den USA derzeit geschaffen.(Foto: REUTERS)

"Good news" sind doch keine "bad news": US-Arbeitsmarkt überrascht nicht genug

Die ganze Woche fiebern Anleger und Investoren den US-Arbeitsmarktdaten entgegen. Die fallen dann so gut aus wie lange nicht. Doch statt der vorhergesagten fallenden Kurse, steigen sie.

Die US-Unternehmen haben im November überraschend viele Jobs geschaffen und auch die Arbeitslosenquote sank spürbar. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 203.000, während Volkswirte nur einen Stellenzuwachs um 180.000 erwartet hatten.

Zugleich wurden die Angaben für den Vormonat leicht nach unten korrigiert: Das Ministerium meldete für Oktober nun ein Stellenplus von 200.000, nachdem zunächst ein Anstieg um 204.000 gemeldet worden war.

Die bei einer separaten Erhebung ermittelte Arbeitslosenquote fiel auf 7,0 Prozent, der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Ökonomen hatten eine Quote von 7,2 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte die Quote 7,3 Prozent betragen.

Wann beginnt die Fed das "Tapering"?

Der Privatsektor der US-Wirtschaft, der rund 70 Prozent der gesamten Arbeitskräfte beschäftigt, schuf im November 196.000 Jobs. Im verarbeitenden Gewerbe entstanden 27.000 zusätzliche Jobs. In der Dienstleistungsindustrie, die üblicherweise als Wachstumsmotor für den Arbeitsmarkt fungiert, kamen per saldo 159.000 Arbeitsplätze hinzu. Der staatliche Sektor schuf 7000 Stellen.

Die Geldanleger verfolgen die Arbeitsmarktdaten mit Argusaugen, weil davon abhängt, wann die US-Zentralbank damit beginnt, ihre weit geöffneten Geldschleusen zu schließen. Derzeit erwirbt die US-Zentralbank jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 45 Milliarden Dollar und Hypothekenpapiere für 40 Milliarden Dollar. Die Notenbank deutete seit Ende Mai eine Drosselung der Käufe an, machte die Entscheidung aber von der Situation auf dem Jobmarkt abhängig. Die nächste Zinssitzung findet am 17. und 18. Dezember statt. Die aktuellen Daten spielen eigentlich den Anhängern einer strafferen Geldpolitik in die Hände.

Erholungsrally an der Wall Street

An der Wall Street scheinen Beobachter derzeit aber nicht so bald mit dem sogenannten Tapering zu rechnen, denn die Kurse zogen deutlich an: Der Dow Jones Industrial Index legte 0,8 Prozent auf 15954 Punkte zu. Der Nasdaq Composite zog 0,5 Prozent auf 4053 Stellen an. Es war und ist die Dollarflut der Federal Reserve, welche die Rally der vergangenen Monate speiste.

"Die Zahlen liegen im Rahmen der Flüsterschätzung", sagte allerdings ein Händler. Einige Marktteilnehmer hätten wohl einen stärkeren Jobaufbau befürchtet, daher finde eine Erleichterungsrally statt.

Auch deutsche Anleger zufrieden

Am deutschen Aktienmarkt reagierte der Dax mit einem hektischen Auf und Ab, zeitweise fiel er unter 9100 Punkte, zog dann wieder bis auf rund 9175 Zähler an, ein Plus von rund einem Prozent.

An den Devisenmärkten profitierte zunächst der Dollar von den Daten. Er kletterte zum Yen auf 102,75 Yen von 102,25 Yen kurz vor Veröffentlichung der Daten. Der Euro rutschte zeitweise auf 1,3636 Dollar ab, notierte nach wenigen Minuten aber wieder bei 1,3660 Dollar und damit da, wo er schon vor Veröffentlichung der Daten gelegen hatte.

Quelle: n-tv.de

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