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VW-Kernmarke schwach: US-Automarkt erwacht aus Winterschlaf

Nach einem strengen Winter mit viel Schnee und Frost kehren die Verbraucher in den USA in die Autohäuser zurück. Angesichts einer soliden zweiten März-Hälfte sehen Händler Anzeichen für einen starken April. Aufwärts geht es auch in Südeuropa.

Nach einem strengen Winter verspricht der Frühling einen Aufschwung am US-Automarkt. Zwar hielten Schnee und Eis die Kunden in vielen Teilen Amerikas auch in der ersten Märzhälfte vom Autokauf ab. Die anschließende Wetterbesserung lasse nun aber auf starke April-Absätze hoffen, sagten Vertriebschefs von Konzernen wie Ford und Toyota. Erste zarte Lichtblicke verzeichnete auch Volkswagen. Zuwächse verbuchten BMW und Daimler. Der Monat März hatte 26 Verkaufstage, einen weniger als im Jahr 2013.

Ein kräftiges Plus vermeldete der US-Autobauer Chrysler. Der Absatz legte überraschend um 13 Prozent zu. Insgesamt sind 193.915 Fahrzeuge verkauft worden, wie die Tochter des italienischen Herstellers Fiat mitteilte. Vor allem die in den USA besonders beliebten Pritschenwagen wie der Pick-up-Truck Ram sowie der Geländewagen Cherokee waren gefragt. Auch in den ersten beiden Monaten des Jahres konnte Chrysler seinen Aufwärtstrend aus dem Vorjahr fortsetzen und den Absatz in den USA deutlich steigern.

Auch die Opel-Mutter General Motors überraschte positiv: Die Verkäufe stiegen um 4,1 Prozent auf 256.047 Fahrzeuge. Ford gab mit 244.167 Fahrzeugen einen um drei Prozent höheren Absatz bekannt. Toyota erzielte ein Plus von fünf Prozent.

VW-Töchter legen zu

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Für Europas größten Autobauer bleibt der US-Pkw-Markt ein schwieriges Pflaster. Den zwölften Monat in Folge musste Volkswagen sinkende Verkaufszahlen hinnehmen. Im März sank der Absatz der Kernmarke auf Jahressicht um 2,6 Prozent auf rund 37.700 Wagen, wie die Wolfsburger mitteilten. Allerdings schlug sich VW damit aber schon deutlich besser als zuletzt: Die Marke hatte mehrere Monate lang zweistellige Rückgänge verkraften müssen.

Seit Jahresbeginn liegen die Verkäufe dennnoch elf Prozent unter denen des ersten Quartals 2013. Zuletzt waren die Zahlen im März 2013 gestiegen. Als ein Grund für die Verkaufsflaute gilt, dass die Wolfsburger ihre Modelle in den USA nicht schnell genug überarbeiten.

Die Konzerntochter Audi legte dagegen um 7,5 Prozent auf 12.246 Wagen zu. Porsche brachte 3808 Fahrzeugen rund neun Prozent mehr an die Kunden und knackte damit erstmals schon nach drei Monaten die Marke von 10.000.

BMW und Mercedes gefragt

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Konkurrent BMW steigerte die Verkäufe im März um fast acht Prozent auf 35.762 Pkw. Während es bei der Tochter Mini wegen eines Modellwechsels um 40 Prozent nach unten ging, legte die Kernmarke um gut 19 Prozent zu. Für das erste Quartal vermelden die Münchener damit ein Plus von 2,6 Prozent. Insgesamt wurden demnach 81.034 Autos der drei Marken an die Kunden übergeben.

Auch Daimler hat in den USA erneut mehr Autos verkauft. Der Absatz der Marke Mercedes-Benz legte nach Unternehmensangaben im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut elf Prozent auf rund 27.400 Pkw zu. Für Schub sorgten im März weiterhin das neue CLA-Coupe sowie die überarbeitete E-Klasse und die neue Generation der S-Klasse. Die Kernmarken der beiden Premiumhersteller liegen beinahe gleichauf.

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Dagegen gingen die Verkäufe der C-Klasse vor dem anstehenden Modellwechsel um rund ein Drittel zurück. Zusammen mit den Smart-Kleinwagen und Sprinter-Transportern kamen die Stuttgarter im März auf knapp 30.100 Wagen, ebenfalls ein Plus von elf Prozent. Im ersten Quartal wurden damit  knapp 79.500 Einheiten an die Kundeschaft übergeben - ein Plus von 5,7 Prozent.

Absatz in Euro-Krisenländern wächst

Derweil setzt der Automarkt in Südeuropa seinen Erholungskurs fort. Frankreich, Spanien und Italien meldeten deutliche Absatzzuwächse im März. In Frankreich betrug das Verkaufsplus 8,9 Prozent. Vor allem die heimischen Hersteller Renault und Peugeot konnten bei den Kunden punkten.

Insgesamt ist die Freude der französischen Autoindustrie aber begrenzt. "Wir sind noch im Krisenmodus", betonte ein Sprecher des Herstellerverbands CCFA. Unternehmen halten sich mit einer Modernisierung ihrer Fuhrparks bislang zurück. Verstört hatte die Branche eine Stagnation im Februar und März.

In Spanien wurden zehn Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als vor Jahresfrist, wie die Branchenvereinigung ANFAC mitteilte. Dies ist der siebte Monat in Folge mit einem Plus für das von der Euro-Krise und der sechsjährigen Absatzflaute auf dem Automarkt besonders gebeutelte Land. Inzwischen locken auch staatliche Zuschüsse die Kunden wieder in die Autohäuser. Gefallen finden sie vor allem an günstigen Modellen, etwa der Renault-Billigmarke Dacia sowie der südkoreanischen Hersteller Hyundai und Kia. Die Verkäufe der

Kernmarken von Volkswagen legten in Spanien wie Frankreich im selben Maße zu wie der jeweilige Gesamtmarkt.  

In Italien betrug das Plus bei den Pkw-Zulassungen im März nach Angaben des Verkehrsministeriums knapp fünf Prozent. Fiat hielt seinen Marktanteil mit 28,08 Prozent in etwa stabil.

Quelle: n-tv.de

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