Wirtschaft
Wegschauen gilt nicht: Banken stehen unter verschärfter Beobachtung. Hier die Skyline von Manhatten mit dem Tower der Bank of America.
Wegschauen gilt nicht: Banken stehen unter verschärfter Beobachtung. Hier die Skyline von Manhatten mit dem Tower der Bank of America.(Foto: REUTERS)

Für künftige Krisen gerüstet: US-Banken halten Stress stand

Die Finanzbranche will aus der Finanzkrise lernen. Deshalb unterzieht sie sich sogenannten Stresstests, die belegen, dass die Geldhäuser für eine schwere Rezession gewappnet sind. Allerdings besteht eine große US-Bank die Prüfung nur knapp. Eine fällt sogar durch.

Die US-Banken sind - theoretisch - für eine erneute Finanzkrise gerüstet. In dem Gesundheitscheck für die 30 größten Geldhäuser fiel nur ein einziges Institut durch, wie die Notenbank Federal Reserve mitteilte. Lediglich die nicht zu den Branchenführern zählende Zions Bancorp blieb unter der geforderten Kernkapitalquote von fünf Prozent.

Seit der Krise von 2008 steht die Finanzkraft der Geldinstitute  unter verschärfter Beobachtung. Mit den Stresstests soll die Widerstandsfähigkeit der Banken gegen einen starken Konjunktureinbruch, einen drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit und einen dramatischen Verfall der Immobilienpreise herausgefunden werden.

30 Banken unter der Lupe

Bei dem Test prüfte die Notenbank, ob die Institute auch bei einem Schock für das Finanzsystem und einem Einbruch der Wirtschaft noch über genügend Kapitalpuffer verfügen. Voriges Jahr war ebenfalls mit Ally Financial ein Institut durchgefallen. Damals wurden nur 18 Banken unter die Lupe genommen, diesmal waren es annähernd doppelt so viele.

"Der jährliche Stresstest der Federal Reserve ist das wichtigste Werkzeug, um die Widerstandsfähigkeit der Finanzbranche zu beurteilen und um sicherzustellen, dass die größten Banken kräftige Kapitalpuffer haben", erklärte der zuständige Notenbank-Vertreter Daniel Tarullo. Insgesamt fiel die Kernkapitalquote der 30 Großbanken unter dem härtesten Test-Szenario auf 7,6 Prozent. Damit ist die Branche besser gewappnet als in der Finanzkrise, denn Anfang 2009 waren es nur 5,5 Prozent.

Bank of America besteht nur knapp

Werte unterhalb von fünf Prozent sprechen zwar nicht sofort für einen Zusammenbruch, gelten aber als kritisch. In einem solchen Fall muss die Kapitaldecke schnell gestärkt werden. Zions hatte bereits angekündigt, wohl nach dem Verkauf eines problematischen Wertpapier-Portfolios einen neuen Krisenplan vorzulegen. Die Bank nahm erstmals an dem Test teil. Am besten schnitten unter anderem die Institute Bank of New York Mellon, Discover Financial Services und State Street ab. Bei der zweitgrößten US-Bank Bank of America war es mit sechs Prozent vergleichsweise knapp.

Im diesjährigen Check wurde für die größten acht Banken ein Szenario durchgespielt, in dem der größte Handelspartner der Bank zahlungsunfähig wird. Der Stresstest ist eine Lehre aus der Finanzkrise, in der Großbanken wie die Citigroup und die Bank of America schwankten und vom Staat gerettet werden mussten. Dabei prüft die Fed nun regelmäßig die Kredit- und Anleihen-Portfolios der Institute auf ihre Krisenfestigkeit. In einem zweiten Schritt müssen die Geldinstitute zudem ihre Pläne zur Auszahlung von Dividenden und Aktienrückkäufen von der Fed absegnen lassen. Die Entscheidung darüber steht kommenden Donnerstag an.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) prüft derzeit die Geldhäuser in Europa auf Herz und Nieren. Am Ende des Gesundheitschecks steht ebenfalls ein Stresstest an. Veröffentlicht werden sollen alle Ergebnisse im Oktober, bevor die EZB im November die Aufsicht übernimmt.

Quelle: n-tv.de

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