Wirtschaft
Mehr Spatenstiche, weniger Baugenehmigungen: Ein echter Aufschwung ist das noch nicht.
Mehr Spatenstiche, weniger Baugenehmigungen: Ein echter Aufschwung ist das noch nicht.(Foto: REUTERS)

Mehr Spatenstiche in den USA: US-Baubranche kommt in Fahrt

Die Reihe ermutigender Konjunkturdaten aus dem Inneren der weltgrößten Volkswirtschaft setzt sich fort: Einen Tag nach dem Stimmungsindex des Branchenverbands NAHB schlagen offiziellen Zahlen aus Washington in dieselbe Kerbe.

Schnelle Jobs für jedermann: Wenn sich der Immobilienmarkt belebt, dürfte auch bald die Zahl der Arbeitslosen sinken.
Schnelle Jobs für jedermann: Wenn sich der Immobilienmarkt belebt, dürfte auch bald die Zahl der Arbeitslosen sinken.(Foto: REUTERS)

Mit einem neuen Lichtblick hellt sich das Stimmungsbild am US-Immobilienmarkt weiter auf: Die Zahl der Baubeginne im Segment Wohnungen kletterte im Oktober auf den höchsten Stand seit Juli 2008. Die hochgerechnete Jahresrate sei um 3,6 Prozent auf 894.000 gestiegen, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Im Vorfeld befragte Analysten hatten nach 863.000 im September nun mit einem Rückgang auf 840.000 gerechnet.

Die Baugenehmigungen hingegen sanken um knapp drei Prozent auf 866.000. Bereits mit Blick auf die Septemberzahlen hatten Experten von Anzeichen einer Trendwende gesprochen. "Der US-Wohnungsbau hat mit dieser Entwicklung inzwischen nicht mehr nur die Talsohle durchschritten, sondern befindet sich in einem klaren und kräftigen Aufwärtstrend", hatte Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer die Entwicklung kommentiert. Analyst Michael Moran von Daiwa Securities betonte: "Es sieht so aus, als ob niedrige Zinsen und stabile Preise allmählich für mehr Interesse bei potenziellen Käufern sorgen."

Der US-Häusermarkt leidet seit langem unter den Folgen einer geplatzten Immobilienpreisblase. Viele US-Bürger konnten in der Folge ihre Hypothekenkredite nicht mehr bedienen, weshalb Zehntausende Häuser zwangsversteigert wurden oder leer stehen. Das dämpft die Baulust ebenso wie die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Eine Belebung am Häusermarkt dürfte sich auch schnell in den Bilanzen von Großkonzernen wie Home Depot oder Caterpillar niederschlagen.

Postbank-Experte Bayer hatte bereits vor rund vier Wochen mit einer weiteren Aufhellung gerechnet. Der US-Wohnungsbau befinde sich trotz des kräftigen Aufwärtstrends im längerfristigen Vergleich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. "Die Baubeginne liegen gerade einmal bei 63 Prozent ihres Durchschnittswertes der vergangenen 20 Jahre und nur bei 38 Prozent ihres im Jahre 2006 aufgestellten Rekordniveaus", sagte Bayer mit Blick auf die Septemberzahlen. "Von Boom also keine Spur - dafür aber noch jede Menge Wachstumspotenzial."

Erst am Vortag hatte sich mit demUS-Häusermarkt springt an ein wichtiger Stimmungsindikator der US-Bauranche deutlich besser dargestellt als erwartet.

Quelle: n-tv.de

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