Wirtschaft

Investoren fordern Regel-Änderung: US-Indizes sollen Alibaba aufnehmen

Weil Großinvestoren sich um die Aktie von Alibaba reißen, werden die Bücher für den Börsengang vielleicht schon früher geschlossen. Die Investoren wollen Chinas Onlinehändler auch in den großen amerikanischen Indizes sehen. So einfach ist das aber nicht.

Wer ist beim Börsengang dabei? Alibaba putzt Klinken bei Großinvestoren.
Wer ist beim Börsengang dabei? Alibaba putzt Klinken bei Großinvestoren.(Foto: REUTERS)

Chinas führender Online-Händler Alibaba könnte auf Druck von Investoren nach seinem Mega-Börsengang an der New Yorker Börse entgegen den Regularien in die wichtigen MSCI-Aktienindizes aufgenommen werden. Der US-Finanzdienstleister MSCI, der diese Indizes anbietet, erwäge eine Änderung seiner Regeln, berichteten Insider.

Nach den derzeitigen Bestimmungen darf Alibaba nicht in den MSCI-Indizes notiert werden, weil sein Hauptsitz in China ist. Viele Investmentfonds richten sich aber bei der Anlage von ihrer Gelder nach diesen Indizes. Denn sie gehören zu den weltweit meistgehandelten Benchmarks. Sind Aktien nicht in einem bestimmten Index vertreten, dürfen manche Fonds die Papiere nicht kaufen. Deshalb gilt die Notierung in MSCI-Indizes als wichtig.

Wie es in Finanzkreisen hieß, dürften mögliche Änderungen allerdings erst 2015 in Kraft treten. Damit könnte Alibaba frühestens im März Eingang in die Indizes finden. Der Schritt könnte auch der chinesischen Online-Suchmaschine Baidu zu Gute kommen, die an der Nasdaq gelistet ist. Eine MSCI-Sprecherin wollte sich zu diesen Spekulationen nicht äußern.

Auch die Aufnahme in den S&P-500-Index ist Alibaba verwehrt, da dieses Marktbarometer nur in den USA ansässigen Unternehmen vorbehalten ist. Auch der Nasdaq-Index kommt nicht in Frage, da Alibaba an die New York Stock Exchange (NYSE) geht.

Alibaba peilt zunächst ein Emissionsvolumen von gut 21 Milliarden Dollar an. Damit würde es den bislang größten Börsengang eines Technologie-Konzerns in den Schatten stellen. Facebook war im Mai 2012 auf ein Volumen von 16 Milliarden Dollar gekommen. Bei Ausübung einer Mehrzuteilungsoption würde Alibaba sogar rund 24 Milliarden Dollar erreichen und damit auch den bislang weltgrößten Börsengang übertreffen, den 2010 die Agricultural Bank of China mit gut 22 Milliarden Dollar hinlegte.

Vorzeitiges Ende der Zeichnungsfrist?

Den Ausgabepreis für seine Aktien gibt Alibaba voraussichtlich am 18. September bekannt. Für den 19. September ist dann das Debüt an der New Yorker Börse vorgesehen. Zurzeit befindet sich der chinesische Online-Händler auf Werbetour, um alle angebotenen Aktien zu verkaufen. Das Interesse im Vorfeld des Börsengangs ist bei Großinvestoren riesig. Die Aktien können seit Montag gezeichnet werden, allerdings nur von Inhabern amerikanischer Depots. Die Papiere seien bereits dreifach überzeichnet, berichtete das "Hong Kong Economic Journal" vor kurzem.

Wie "Bloomberg" jetzt meldete, könnte die Zeichnungsfrist auf Grund der großen Nachfrage früher als geplant enden. Wie es heißt, gibt es genügend Aufträge, um den Börsengang am oberen Ende der Zeichnungsspanne von 60 bis 66 Dollar durchführen zu können. Die Bücher könnten damit einen Tag eher schließen.

Quelle: n-tv.de

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