Wirtschaft
Industrieproduktion in den USA: Ein "Ford Focus Electric" bekommt seine Batterie.
Industrieproduktion in den USA: Ein "Ford Focus Electric" bekommt seine Batterie.(Foto: REUTERS)

Mehr Jobs, weniger Aufträge: US-Industrie zeigt Schwächen

Kurz nach dem offiziellen Bericht zur Lage im US-Arbeitsmarkt gibt Washington weitere Konjunkturdaten bekannt: Die Industrieunternehmen des Landes verzeichnen demnach im März weniger neue Aufträge als erwartet. Der ISM-Index fällt schwächer aus als erwartet.

Die Nachfrage nach US-Industriegütern ist im März unerwartet stark zurückgegangen. Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 3,0 Prozent gerechnet.

Wie das US-Handelsministerium weiter mitteilte, ergab sich für den Vormonat ein Anstieg von revidiert 1,9 Prozent, nachdem vorläufig ein Plus von 3,0 Prozent gemeldet worden war. Für den Ordereingang bei langlebigen Wirtschaftsgütern meldete das Ministerium für März eine Abnahme um 5,8 Prozent (vorläufig: minus 5,7 Prozent).

Herztöne der US-Konjunktur

Der Auftragseingang ohne Berücksichtigung des Rüstungssektors reduzierte sich um 3,5 Prozent. Die Orders ex Transport sanken um 2,0 Prozent. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben gelten, kletterten um 0,9 Prozent; im Vormonat war ein Minus von 4,8 Prozent registriert worden.

Parallel zur Auftragslage in der Industrie erreichten Daten aus dem Dienstleistungssektor die Marktöffentlichkeit: Die Geschäfte der US-Dienstleister haben demnach im April ebenfalls an Schwung verloren.

ISM-Index gibt leicht nach

Der gewichtete Sammelindex des Institute for Supply Management (ISM) für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe der USA sank auf 53,1 Punkte. Volkswirte hatten einen Stand von 54,0 erwartet, nachdem der Index im Vormonat bei 54,4 gelegen hatte. Die Dienstleister machen rund 80 Prozent der US-Wirtschaft aus. Entsprechend stark wird an den Börsen der ISM-Index beachtet.

Wie das ISM weiter berichtete, verringerte sich der Subindex für die Produktionsaktivität auf 55,0 von 56,5 im Vormonat und jener für die Auftragseingänge sank geringfügig auf 54,5 von 54,6. Der Subindex für die Beschäftigung fiel auf 52,0 von 53,3, der Index für die Lieferfristen wurde auf 51,0 beziffert nach 53,0 im Vormonat. Der Sammelindex ist der Mittelwert dieser vier Diffusionsindizes. Der Index für die Preise fiel auf 51,2 von 55,9 im Vormonat.

Ein Indexstand von über 50 Punkten weist auf eine Zunahme der entsprechenden Komponente hin, ein Niveau unterhalb dieser Marke signalisiert einen Rückgang. Der Subindex der Aktivität entspricht dem bis Dezember 2007 ausgewiesenen ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe.

Kurz zuvor hatte das Washingtoner Arbeitsministerium den offiziellen Bericht zur Lage am US-Arbeitsmarkt im April veröffentlicht. In der US-Wirtschaft sind demnach mehr Arbeitsplätze entstanden als erwartet.

An den Börsen drückte der enttäuschende ISM-Index und der schwächerer Auftragseingang in der US-Industrie etwas auf die Stimmung. Experten der Helaba sprachen von sich vertiefenden "konjunkturellen Sorgenfalten", wenngleich sich der ISM-Index nach wie vor komfortabel in der Expansionszone bewege. Ein Analyst von Newedge ergänzte: Der Rückgang könnte auf temporäre Effekte zurückzuführen sein. Er wies darauf hin, dass der Rückgang der Arbeitskomponente im ISM-Index nur schwer mit dem Arbeitsmarktbericht in Einklang zu bringen sei.

Quelle: n-tv.de

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