Wirtschaft
Die US-Hauptstadt zwischen den Jahren: Die eingerüstete Kapitolskuppel und der an George Washington erinnernde Obelisk spiegeln sich im "Reflecting Pool" der "National Mall".
Die US-Hauptstadt zwischen den Jahren: Die eingerüstete Kapitolskuppel und der an George Washington erinnernde Obelisk spiegeln sich im "Reflecting Pool" der "National Mall".(Foto: picture alliance / dpa)

Gerüchte um neue Fed-Kandidaten: US-Notenbank wird zum Zankapfel

Im politischen Washington entbrennt ein Machtkampf um die künftige Ausrichtung der US-Notenbank. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, das Weiße Haus könnte bereits in den kommenden Tagen neue Kollegen für Fed-Chefin Yellen benennen.

In den Vereinigten Staaten beginnt die Gerüchteküche zu brodeln: Das US-Präsidialamt wird Insidern zufolge bald einen Kandidaten für einen der zwei unbesetzten Stellen im Gouverneursrat der US-Notenbank Fed bekanntgeben. Dies könne in der kommenden oder darauffolgenden Woche geschehen, erklärte ein Informant der Nachrichtenagentur Reuters.

Wahrscheinlich werde der Kandidat aus dem Kleinbanken-Sektor stammen, hieß es weiter. Offiziell schweigen sich die zuständigen Stellen bislang aus: Eine Fed-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Aus dem Umfeld des Präsidialamts in Washington hieß es lediglich, Barack Obama habe gegenwärtig keine Ernennungen geplant.

Beobachter halten einen Vorstoß dennoch für plausibel: Von den sieben Fed-Sitzen sind gegenwärtig zwei unbesetzt. Die Kandidaten werden in der Regel vom Präsidenten vorgeschlagen und müssen dann vom Senat bestätigt werden. Unter der Führung von Notenbank-Chefin Janet Yellen nehmen sie mit Rat und Stimme Einfluss auf die US-Geldpolitik.

Neue Machtverhältnisse

Spätestens dort werden die Personalien zum Politikum: In der zweiten Kammer des US Congress übernehmen in den kommenden Tagen die Republikaner formell die Mehrheitsrolle und damit die Macht von Obamas Demokraten. Vorschläge aus dem Weißen Haus dürften unter diesen Umständen nicht zum Selbstläufer werden - vor allem, wenn es um einflussreiche Posten in der US-Notenbank geht.

Viele Kongressabgeordnete sind besorgt über den Einfluss der großen Wall-Street-Banken auf die Fed. Sie wollen als Gegengewicht einen Kandidaten von einem der kleineren Institute - in den USA "community banks" genannt - in den Rat bringen, wo diese gegenwärtig nicht vertreten sind. Die Entscheidung dürfte langfristig die Rahmenbedingungen im gesamten US-Finanzsystem beeinflussen.

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Quelle: n-tv.de

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