Mittwoch, 02. Dezember 2009
Kleiner Lichtblick, mehr nicht: US-Stellenabbau abgebremst
Die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt dürfte sich im November zwar abermals verschlechtert haben, allerdings sollte das Tempo des Beschäftigungsrückgangs deutlich zurückgegangen sein. Ökonomen erwarten, dass die Stellenzahl außerhalb der Landwirtschaft um weitere 125.000 gesunken ist, was dennoch das geringste Minus innerhalb eines Monats seit März 2008 wäre.
Im Oktober waren 190.000 Jobs verloren gegangen, auf dem Höhepunkt der Rezession - zu Beginn dieses Jahres - waren sogar monatliche Beschäftigungsverluste von weit mehr als einer halben Million verzeichnet worden.
Für die im Rahmen einer separaten Erhebung ermittelte Arbeitslosenquote rechnen die befragten Experten mit einem unveränderten Wert von 10,2 Prozent. Zudem wird für die viel beachtete Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne ein Anstieg im November um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat vorhergesagt. Das US-Arbeitsministerium wird den neuen Arbeitsmarktbericht am Freitag vorlegen.
Noch keine neuen Stellen
Die Ökonomen der Commerzbank verweisen darauf, dass angesichts des Einsetzens der konjunkturellen Erholung auch der Arbeitsmarkt entlastet werde. Dennoch reicht die Entwicklung ihrer Einschätzung nach noch nicht dafür aus, neue Stellen zu schaffen (Prognose: minus 130.000). Die Arbeitslosenquote werde dabei bis in das erste Quartal 2010 hinein steigen und im Jahresverlauf mit durchschnittlich über zehn Prozent relativ hoch bleiben.
BNP Paribas (Prognose: minus 130.000) erklärt, dass es im November vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu einem weiteren Stellenabbau gekommen sei. An der negativen Entwicklung änderten auch die jüngsten Produktionsanstiege nichts; zu groß seien immer noch die ungenutzten Kapazitäten. Während die Volkswirte der Bank zugleich mit deutlich weniger Entlassungen im Dienstleistungssektor und einer stärkeren Zunahme der Zeitarbeit in diesem Sektor rechnen, sollte sich der Abbau der öffentlichen Beschäftigung unvermindert fortgesetzt haben.
Konkretere Anhaltspunkte über die Beschäftigungsentwicklung im November haben neue Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP geliefert. Danach wurden in der US-Privatwirtschaft gegenüber Oktober 169.000 Stellen abgebaut, was zwar etwas schlechter als mit minus 150.000 erwartet war, aber immerhin den geringsten Rückgang der vergangenen acht Monaten darstellte. Der ADP-Ausweis stützt sich auf rund 430.000 US-Firmen mit rund 24 Mio. Beschäftigten.
wne/DJ
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