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Drittgrößter Mobil-Anbieter: US-Tochter ist starker Telekom-Motor

Die US-Mobilfunktochter wird für die Deutsche Telekom immer einträglicher. Den Gewinn trübten indes hohe Kosten für den Konzernumbau. Und so bestätigte die Telekom die Prognose. Doch tatsächlich dürfte es wesentlich besser aussehen.

Bei der Deutschen Telekom wird die US-Tochter immer mehr zum Goldesel. Dank eines Gewinnsprungs in Übersee um mehr als die Hälfte klingelt es bei den Bonnern in der Kasse. Hinzu kommt wie so oft derzeit ein schwacher Euro. Das boomende Amerika-Geschäft macht auch die Gewinnrückgänge auf dem Heimatmarkt und in Europa mehr als wett.

Wie der Dax-Konzern mitteilte, stieg das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) zwischen April und Ende Juni um fast 14 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Der Umsatz zog um 15 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro an und lag damit über den Erwartungen. Unterm Strich verdiente der ehemalige Staatskonzern 712 Millionen Euro. Das war etwas mehr als vor einem Jahr. Vor allem Restrukturierungskosten belasteten das Ergebnis. Die negativen Einflüsse lagen laut Telekom um 400 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. "Wir haben die guten Zahlen des ersten Quartals eindrucksvoll bestätigt", sagte Vorstandschef Tim Höttges.

Fast 60 Millionen US-Kunden

In den USA lockt die Tochter T-Mobile US lockt seit zwei Jahren scharenweise neue Kunden - vor allem dank hoher Investitionen und einer Werbeoffensive. Im vorigen Quartal zog die Kundenzahl um 2,1 Millionen auf 58,9 Millionen an. Das sind gut zwei Millionen mehr beim Erzrivalen Sprint. Damit stieg T-Mobile US jüngst zum drittgrößten US-Mobilfunkanbieter auf. Die Telekom hält zwei Drittel der Anteile.

Der operative Gewinn schnellte - unterstützt vom starken Dollar-Kurs - um 53 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Damit wird der einst ungeliebte Amerika-Ableger in einer Zeit, in der in Europa und Deutschland die Gewinne fallen, zur Wachstumslokomotive.

Allerdings ist die Der Erfolg hart erarbeitet: Erst der 2012 angetretene US-Chef John Legere, der bei öffentlichen Auftritten stets ein rosa T-Mobile-Hemd unter der schwarzen Lederjacke trägt, neue Tarife und Milliarden-Geldspritzen aus Bonn brachten die Firma auf die Erfolgsspur. Mittlerweile setzt der rosa Riese in den Vereinigten Staaten mehr um als in Deutschland.

Anleger kritteln an Europa-Geschäft herum

In Europa strahlt der Telekom-Stern indes weniger hell: Hier sank das operative Ergebnis angesichts der teuren Umstellung des Telefonnetzes auf die Internet-Technik und des auf der Stelle tretenden Mobilfunkgeschäfts um gut ein Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Nach dem guten ersten Quartal, als die Mobilfunkumsätze in Deutschland noch um knapp drei Prozent zulegten, sei das Null-Wachstum nun enttäuschend, sagte die Analysten der Bank Jefferies. Zudem seien schon zu viele Vorschusslorbeeren verteilt worden. Die T-Aktien rutschten knapp zwei Prozent auf 16,95 Euro und zählten im Dax damit zu den Schlusslichtern.

Der Netzausbau in Deutschland, den USA sowie die Ausgaben für neue Funkfrequenzen schlagen zu Buche: Die Investitionen des Konzerns kletterten im Vierteljahr um zehn Prozent auf 4,3 Milliarden.

Angesichts der erfreulichen Entwicklung bekräftigte der Vorstand die bisherigen Geschäftsaussichten. Demnach soll sich das bereinigte Ebitda bei konstanten Wechselkursen auf 18,3 Milliarden Euro belaufen - nach 17,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Bei ihrer Prognose geht die Telekom indes von einem Euro-Kurs von 1,33 Dollar aus. Aufgrund des stärkeren Dollars werden die berichteten Werte aber wohl höher ausfallen. Auf Basis der Umtauschkurse des ersten Halbjahres würde die Telekom in diesem Jahr 19,3 Milliarden Euro bereinigtes Ebitda einfahren, sagte ein Konzernsprecher. 

Quelle: n-tv.de

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