Wirtschaft
Es gibt leichtere Aufgaben: VW-Chef Matthias Müller soll VW aus der Krise führen.
Es gibt leichtere Aufgaben: VW-Chef Matthias Müller soll VW aus der Krise führen.(Foto: REUTERS)

Kunden in die Irre geführt?: US-Verbraucherschützer verklagen VW

Der Abgas-Skandal lässt VW nicht los: Bei der juristischen Aufarbeitung sieht sich die Wolfsburger Konzernzentrale mit einem weiteren mächtigen Gegner aus den USA konfrontiert. Die Rechtsrisiken werden dadurch nicht geringer.

Der Automobilkonzern Volkswagen muss sich im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal auf eine weitere Klage in den USA vorbereiten. Die für Verbraucherschutz zuständige Behörde FTC zieht vor Gericht und reichte in San Francisco eine eigene Klageschrift ein. Zur Begründung erklärte die Behörde, US-Kunden hätten wegen irreführender Werbung bei VW-Diesel-Fahrzeugen Schäden in Milliarden-Höhe erlitten. VW habe die Käufer mit falschen Angaben über Schadstoffwerte getäuscht.

Der deutsche Autobauer hatte im vergangenen September eingeräumt, bei rund 580.000 Diesel-Pkw eine Software zur Manipulation der Abgas-Werte eingebaut zu haben. Nach Spekulationen über einen möglichen Totalausfall der Dividende wegen der drohenden Strafen gab der Aktienkurs zuletzt 1,6 Prozent nach.

Gegen den Wolfsburger Konzern läuft bereits eine Klage des US-Justizministeriums im Volumen von 46 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Umweltgesetze. Auch drohen hohe Schadenersatz-Forderungen von Investoren, die VW vorwerfen, zu spät über die Manipulationen informiert zu haben.

Video

Wie viel die juristische Aufarbeitung des Skandals, von dem weltweit rund elf Millionen Autos betroffen sind, VW am Ende kosten wird, ist noch nicht abzusehen. Einige Experten gehen von 20 bis 30 Milliarden Euro aus, andere von 40 Milliarden. Nur wenige Beobachter erwarten aber, dass die Existenz des finanzstarken Konzerns in Gefahr gerät. Volkswagen hat bereits Milliarden-Summen zur Seite gelegt und Gewinnziele gekappt.

VW schweigt zur Dividende

Medienberichten zufolge könnte VW in Reaktion auf die Abgas-Krise die Ausschüttung an die Aktionäre streichen. "Die Schlagzeile ist natürlich erst einmal negativ, aber letztlich dürfte es niemanden überraschen, wenn die Dividende unter der Abgas-Affäre leiden wird", meinte ein Aktienhändler. VW wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern. Ein Sprecher verwies auf die Vorlage der Bilanz am 28. April.

Ob Vorstand und Aufsichtsrat dann - wie üblich - einen Dividendenvorschlag machen, blieb offen. Die Entscheidung über die Verwendung des Bilanzgewinns trifft formal die Hauptversammlung, sie ist für Juni angesetzt.

"Das sind pure Spekulationen"

Ein Ausfall der Dividende würde die Aktionäre - darunter das Land Niedersachen - hart treffen. Für 2014 zahlte VW 4,80 Euro je Stamm- und 4,86 Euro je Vorzugsaktie - das waren insgesamt 2,3 Milliarden Euro oder gut 21 Prozent des Gewinns nach Steuern. Im Geschäftsbericht 2014 heißt es, mittelfristig werde eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent angestrebt. Ob das vor Bekanntwerden des Skandals gesteckte Ziel noch gilt, ist unklar.

Volkswagens Hauptaktionär, die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE, wollte sich zur Dividende ebenfalls nicht äußern. "Das sind pure Spekulationen, an denen wir uns nicht beteiligen", sagte ein Sprecher. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen." Niedersachsen hält 20 Prozent an VW.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen