Wirtschaft
2,4 Prozent im Gesamtjahr: Nur das vierte Quartal fällt schwächer aus.
2,4 Prozent im Gesamtjahr: Nur das vierte Quartal fällt schwächer aus.(Foto: REUTERS)

"Von Dynamik meilenweit entfernt": US-Wirtschaft wächst langsamer

Die weltgrößte Volkswirtschaft zeigt Schwächen: Der starke Dollar, die unsicheren Aussichten und die Probleme der Ölindustrie nehmen dem Bruttoinlandsprodukt den Schwung. DIe Verbraucher, so sagen Analysten, drehen jeden Cent zweimal um.

Die US-Wirtschaft hat im vierten Quartal 2015 an Dynamik verloren. Das Wachstum blieb auch leicht hinter den Erwartungen zurück. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent gewachsen, teilte das US-Handelsministerium auf Grundlage einer ersten Schätzung mit.

An den Märkten nahmen Beobachter die Daten mit hochgezogenen Augenbrauen auf: Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent gerechnet. Im Vorquartal war die US-Wirtschaft noch mit einer Rate von 2,0 Prozent gewachsen.

Eine Abschwächung bei der Wachstumsrate hatte sich allerdings bereits abgezeichnet. Vor allem die Industrie zeigte sich zuletzt schwach. Der starke Dollar, die Schwäche in den Schwellenländern, aber auch die Probleme der Ölförderer wie Chevron wirken sich bremsend auf die US-Wirtschaftleistung aus.

Starker Job-Markt, starker Konsum

"Von Wachstumsdynamik ist die größte Volkswirtschaft meilenweit entfernt", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die US-Bürger drehen mittlerweile den Cent zweimal um, bevor sie ihn ausgeben." Den Unternehmen fehle es an Zuversicht, um den überalterten Maschinenpark zu erneuern. Positiver äußerte sich das britische Analysehaus Capital Economics: Angesichts des starken Arbeitsmarktes und des robusten Konsums sei eine ernsthafte Abschwächung nicht zu erwarten.

Im Gesamtjahr 2015 wuchs die US-Wirtschaft wie schon im Vorjahr um 2,4 Prozent. Getrieben wurde das Wachstum durch den privaten Konsum, der den stärksten Anstieg in den vergangenen zehn Jahren hinlegte. Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf eine Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

Quelle: n-tv.de

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