Wirtschaft
Breite Brust - in den USA wächst die Wirtschaft solide.
Breite Brust - in den USA wächst die Wirtschaft solide.(Foto: REUTERS)

Konjunkturbericht der Fed: US-Wirtschaft wächst ohne Schnörkel

Für ihre geldpolitischen Entscheidungen lässt sich die US-Notenbank regelmäßig ein Bild der heimischen Wirtschaftslage erstellen. Und laut dem jüngsten sogenannten Beige Book sieht diese ganz gut aus - vereinzelt fehlen sogar Fachkräfte.

Die US-Wirtschaft ist im Sommer nicht vom Erholungskurs abgekommen. Impulse seien von Mitte Juli bis Ende August vor allem von Seiten der Verbraucherausgaben, von der Verarbeitenden Industrie und dem Tourismussektor gekommen, hieß es in dem aktuellen Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank. Es ist das dritte Mal in Folge, dass sämtliche befragten Distrikt-Banken der Federal Reserve das Wachstumstempo als mäßig oder moderat charakterisierten.

Zum Arbeitsmarkt erklärte die Zentralbank, dass Einstellungsverhalten habe sich kaum verändert. Jedoch hätten einige Branchen zunehmend Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Expertenschätzungen zufolge sind im August 225.000 neue Jobs in den USA entstanden. Falls die am Freitag anstehenden Jobdaten die Erwartungen erfüllen sollten, wäre dies ein weiterer Beleg für einen heraufziehenden Beschäftigungsboom. Seit einem halben Jahr produziert der Arbeitsmarkt monatliche Zuwachsraten bei neuen Stellen jenseits der 200.000er Marke. Der Häusermarkt, der bislang hinter den Erwartungen der Volkswirte zurückgeblieben war, stabilisierte sich zumindest in einigen Regionen, wie es im Beige Book weiter hieß.

Zuletzt überraschend gute Indikatoren

Der Bericht basiert auf Umfragen in allen zwölf Fed-Distrikten. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung auf die nächste Zinsentscheidung am 16. und 17. September. Vor geldpolitischen Entscheidungen führen die regionalen Dependancen breit angelegte Umfragen unter den Wirtschaftsakteuren des Landes durch, um ein Bild von der Konjunkturentwicklung zu erhalten.

In den vergangenen Tagen hatte eine Reihe von Konjunkturdaten positiv überrascht. So war der in den Vereinigten Staaten besonders beachtete Einkaufsmanagerindex ISM im August von einem bereits hohen Niveau noch weiter gestiegen. Auch die Verbesserung am Häusermarkt setzte sich zuletzt fort.

Ende der Anleihenkäufe im Oktober

In der Summe erwarten deshalb immer mehr Beobachter, dass die Fed früher als bisher prognostiziert den Leitzins anheben könnte. Fed-Präsidentin Janet Yellen hatte sich bei ihrer Rede in Jackson Hole alle Optionen offengehalten. Den geldpolitischen Kurs machte sie davon abhängig, wie sich Arbeitsmarkt und Inflation entwickeln.

Die Fed ist auf dem besten Wege, ihr Programm massiver Staatsanleihekäufe im Oktober zu beenden. Danach dürfte die Zinswende immer näher rücken, fraglich ist eigentlich nur noch der genaue Zeitpunkt. Die meisten Experten erwarten die erste Zinserhöhung Mitte 2015.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen