Wirtschaft
Blick auf Manhattan: Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker gewachsen.
Blick auf Manhattan: Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker gewachsen.(Foto: picture alliance / dpa)

Verbraucher haben schlechte Laune: US-Wirtschaft wächst weniger als erwartet

Die US-Wirtschaft wächst im ersten Quartal deutlich schneller als im vergangenen Jahr. Doch damit dürfte es schon bald wieder vorbei sein: Im Laufe des Jahres dürfte sich das Wachstum merklich verlangsamen. Denn die Stimmung der Verbraucher verschlechtert sich - und dann schlägt auch noch die Sparbombe ein.

Wegen konsumfreudiger Verbraucher hat die US-Wirtschaft im ersten Quartal deutlich an Schwung gewonnen - aber nicht so stark wie erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet um 2,5 Prozent, teilte das Handelsministerium in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten ein Plus von 3,0 Prozent erwartet, nachdem es im Schlussquartal 2012 nur zu einem Mini-Wachstum von 0,4 Prozent gereicht hatte.

Die Verbraucher erhöhten ihre Konsumausgaben so stark wie seit Ende 2010 nicht. Sie stiegen um 3,2 Prozent. Und das, obwohl ihre Einkommen wegen höherer Steuern mit 5,3 Prozent so kräftig fielen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Um ihren Konsum zu finanzieren, griffen die Amerikaner deshalb auf Erspartes zurück. Die Sparquote fiel von 4,7 auf 2,6 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Ende 2007. "Der private Konsum ist eine verlässliche Wachstumsstütze", sagte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Er macht mehr als zwei Drittel des US-Bruttoinlandsproduktes aus.

Auch der Wohnungsbau schob die Wirtschaft an, ebenso die Investitionen der Unternehmen. Dagegen bremste der Außenhandel, weil die Importe stärker wuchsen als die Exporte. Der unter Sparzwang stehende Staat dämpfte ebenfalls die Konjunktur, weil die Regierung in Washington 8,4 Prozent weniger ausgab. "Die Regierung war die große Bremse", sagte Analyst Russell Price vom Broker Ameriprise Financial.

Die Zukunft der US-Wirtschaft sieht dagegen weniger rosig aus. Experten gehen davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft schon im laufenden Quartal wieder an Dynamik verlieren wird. Denn die Stimmung der US-Konsumenten hat sich zum Start des zweiten Quartals eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank im April auf 76,4 von 78,6 Punkten im Vormonat. Analysten hatten zwar mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Dennoch ist es der geringste Wert seit Januar.

Die Verbraucherstimmung gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die miese Laune der Konsumenten dürfte zusätzlich zu den Sparmaßnahmen der Regierung der Wirtschaft einen Dämpfer verpassen. "Wir werden dann eher ein Wachstum nahe 1,0 Prozent sehen", sagte Ökonom Jacob Oubina von RBC Capital Markets. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte erst vor wenigen Tagen die Wachstumsprognose für 2013 von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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