Fed erhöht PrognoseUS-Wirtschaft wächst wieder
Die US-Wirtschaft legt wieder zu, wenn auch nicht so stark wie zunächst angenommen. Als Dämpfer erweist sich insbesondere ein kräftiger Anstieg der Importe und die Schwäche am Gewerbeimmobilienmarkt.
Die US-Wirtschaft wächst nach einjähriger Unterbrechung wieder, wenn auch nicht so stark wie zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,8 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch von einem Wachstum von 3,5 Prozent die Rede, Analysten hatten aber mit einer deutlichen Korrektur gerechnet. Als Dämpfer erwies sich insbesondere ein kräftiger Anstieg der Importe und die Schwäche am Gewerbeimmobilienmarkt. Dennoch war das Wachstum so stark wie seit drei Jahren nicht mehr.
Die Einfuhren schnellten im Sommer um mehr als ein Fünftel in die Höhe und stiegen damit deutlich stärker als zunächst angenommen - das alleine drückte die Wirtschaftsleistung um 2,53 Prozentpunkte. Auch bei Gewerbeimmobilien war der Rückgang stärker als zunächst geschätzt, der Konsum entwickelte sich unerwartet schwächer und auch der Wohnimmobilienmarkt erholte sich weniger stark als angenommen. Dennoch trug der Wohnbau erstmals seit 2005 wieder zum Wachstum bei.
Langer Weg
Experten sehen die Daten als Anzeichen dafür, dass die Erholung langwierig und zäh werden wird: "Ich habe keine allzu hohen Erwartungen an die Konjunktur", sagte T.J. Marta, Chefstratege bei Marta on the Markets. "Der Konsument ist immer noch nicht zurück."
Mit dem Wachstum im Sommer ist wahrscheinlich die schärfste Rezession seit den 1930er Jahren zu Ende. Noch im zweiten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zurückgegangen. Anders als in Deutschland endet eine Rezession in den USA nicht automatisch dann, wenn die Wirtschaftsleistung wieder zulegt - vielmehr entscheidet das Nationale Wirtschaftsforschungsinstitut NBER über das Ende. Die USA befinden sich seit Dezember 2007 offiziell in der Rezession. Auch in Deutschland zog die Wirtschaft im Sommer kräftig an, das Plus war mit 0,7 Prozent sogar so groß wie seit Anfang 2008 nicht mehr.
Fed wird optimistischer
Die US-Notenbank (Fed) setzte ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr leicht herauf. Das Bruttoinlandsprodukt der USA werde 2010 voraussichtlich um 2,5 bis 3,5 Prozent wachsen, hieß es in Washington. Im Juli waren die Fed-Experten noch von einem Plus im Spielraum zwischen 2,1 und 3,3 Prozent ausgegangen. Die US-Konjunktur werde sich "in gemäßigtem Tempo" von der Rezession erholen, hieß es weiter.
Für den US-Arbeitsmarkt erwartet die Fed weitere Schwierigkeiten. Die Arbeitslosenrate, die im Oktober auf 10,2 Prozent geklettert war, könnte sich ab Anfang 2010 leicht erholen, heißt es in der Prognose. In den kommenden Jahren werde aber nur ein "langsames Absinken" der Quote erwartet. Im Laufe des Jahres 2010 werde die Rate wahrscheinlich auf einen Wert zwischen 9,3 und 9,7 Prozent sinken.