Wirtschaft
Euro (ob.) und Dollar: Manipulationen sind schwer nachzuweisen.
Euro (ob.) und Dollar: Manipulationen sind schwer nachzuweisen.(Foto: REUTERS)

Manipulationen am Dollar-Euro-Kurs: USA klagen Online-Trickser an

Von Carlo Sporkmann

Die US-Justiz klagt drei Devisenhändler großer Banken an, die sich in Online-Chats zu Manipulationen abgesprochen haben sollen. Betroffen sind Banker bekannter Wall-Street-Größen wie etwa JP Morgan oder Citigroup.

Mehr als fünf Billionen Dollar werden täglich auf dem weltweiten Devisenmarkt bewegt. Zwischen 2007 und 2013 sollen mehrere Banker in Online-Chats ihre Geschäfte abgesprochen und so den Dollar-Euro-Kurs manipuliert haben. Gegen drei von ihnen – Experten sprechen von Schlüsselfiguren – hat die US-Justiz nun Anklage erhoben. Es sind Banker der Institute Barclays, Citigroup und JP Morgan.

Die Manipulationen sollen ein Volumen von Hunderten Milliarden Dollar bewegt haben. Und genau da liegt der Clou: Da der Markt so riesig ist, wird es schwierig die Relevanz einzelner Geschäfte zu beurteilen und den Händlern so wirkliche Vergehen nachzuweisen. Für die jetzigen Anklagen sammeln die Behörden seit Jahren Hinweise. Dass diese schlussendlich für Verurteilungen ausreichen, schätzen Experten als sehr gering ein.

Zivilrechtlich mussten die Banken für die Vergehen schon bluten und zum Teil deftige Milliardensummen bezahlen, die geschröpfte Kunden in Vergleichen mühsam erstritten hatten. Die USA haben sich, anders als Großbritannien, dazu entschieden, die Banker auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Die Prozesse um die Manipulationen des Libor-Zinses haben gezeigt, wie schwierig die Verfahren sind – mehrere Banker mussten freigesprochen werden. Doch gerade solche Manipulationsvorwürfe sind es, die dem Ruf der Bankenbranche nachhaltig schwer schaden.

Quelle: n-tv.de

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