Wirtschaft
Die USA haben chinesische Solarunternehmen mit Strafzöllen belegt.
Die USA haben chinesische Solarunternehmen mit Strafzöllen belegt.(Foto: picture alliance / dpa)

Nächster Schritt im Handelskrieg: USA strafen China ab

Der schwelende Handelskrieg mit China eskaliert weiter: Erst stellt der US-Kongress die IT-Firmen Huawei und ZTE unter Spionageverdacht, nun belegt die US-Regierung chinesische Solarmodule mit hohen Importzöllen – die Unternehmen stehen unter Dumpingverdacht.

Im Streit um billige Solartechnologie aus China haben die USA Produkte aus der Volksrepublik mit hohen Strafzöllen belegt. Die Zwangsabgaben wegen Preisdumpings betragen für Solarzellen und Solarmodule aus chinesischer Herstellung zwischen 18 und 250 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Dazu kommen Anti-Subventions-Zölle von 15 bis 16 Prozent, um Exporthilfen der chinesischen Regierung zu kontern.

Die Strafzölle, die deutlich über dem im Frühjahr festgelegten Niveau liegen, richten sich den Angaben zufolge vor allem gegen die Firmen Suntech Power und Trina Solar. Insgesamt seien mindestens 60 chinesische Solarhersteller betroffen, erklärte das Handelsministerium. Die Zölle müssen noch von der Internationalen Handelskommission der USA bestätigt werden, die im November eine Entscheidung treffen soll.

Nächster Schritt im Handelskrieg

Die chinesische Regierung kritisierte die Strafzölle scharf. Das Handelsministerium in Peking verlangte, dass Washington von seinem "verfehlten Weg" abkehre und die Entscheidung "so schnell wie möglich" revidiere. China hatte im Juli eine eigene Untersuchung angeblicher US-Subventionen für Solarfirmen eingeleitet. Die chinesische Konkurrenz macht den Solarherstellern in den USA und auch in Europa schwer zu schaffen. Die Branche wirft chinesischen Unternehmen vor, durch unbegrenzten Zugang zu billigen Krediten vom Staat subventioniert zu werden und so zu Schleuderpreisen anbieten zu können.

Die USA und China liegen in einer Reihe von Handelsfragen über Kreuz. Beide Seiten reichten im September wegen umstrittener Anti-Dumping-Maßnahmen und unerlaubter Subventionen gegenseitig Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Die USA verdächtigen China zudem, seine Währung gegenüber dem US-Dollar künstlich niedrig zu halten, um auf dem Weltmarkt billiger anbieten zu können. Zudem hatte der US-Kongress erst kürzlich die chinesischen Telekommunikationsanbieter Huawei und ZTE unter Spionageverdacht gestellt und als Sicherheitsrisiko bezeichnet. Der US-Hightechkonzern Cisco hatte daraufhin seine Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen gekappt.

Quelle: n-tv.de

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