Wirtschaft
Wer mischt mit? Die neuen Spielregeln bringen Licht ins Dunkle.
Wer mischt mit? Die neuen Spielregeln bringen Licht ins Dunkle.(Foto: AP)

Coba und Deutsche Bank spielen mit: USA verschärfen Swap-Regeln

Mit neuen Spielregeln wollen US-Aufseher dem Markt für milliardenschwere Tauschgeschäfte endlich Zügel anlegen: Pünktlich zum Jahreswechsel treten an der Wall Street verschärfte Vorschriften in Kraft. Auch zwei prominente Geldhäuser aus Deutschland wollen offenbar weiter mitmischen.

Deutsche Bank und Commerzbank wollen auf dem billionenschweren Derivate-Markt weiterhin eine große Rolle spielen. Die beiden führenden deutschen Institute haben sich zum Jahresende zusammen mit anderen Großbanken aus Europa und Asien in den USA als Swap-Händler angemeldet, wie aus Daten der National Futures Association (NFA) hervorgeht.

Mit der Meldepflicht, die zum Jahreswechsel in Kraft trat, wollen die US-Aufsichtsbehörden Licht in den bisher im Verborgenen stattfindenden Swap-Handel bringen.

Die Vorgaben dazu zeigen, dass es dabei vor allem um schwergewichtige Marktteilnehmer geht: Alle Institutionen, die in den vergangenen zwölf Monaten mehr als acht Milliarden Dollar mit diesen speziellen Derivaten umgesetzt haben, müssen sich bei der NFA registrieren lassen.

Mit den Tauschgeschäften können sich Unternehmen und Banken gegen die Folgen von Zinsänderungen, Währungsschwankungen, das Insolvenzrisiko eines Schuldners oder schwankende Energiepreise absichern. Viele Investoren hatten die Swaps jedoch nicht zur Absicherung realer Geschäfte erworben, sondern sie als reine Finanzwetten benutzt. Experten machten sie daher für die Verschärfung der Finanzkrise verantwortlich.

Der Swap-Handel findet bisher weitgehend per Telefon zwischen den Handelsteilnehmern statt, doch das soll sich ändern. Nach dem Dodd-Frank-Gesetz zur Regulierung von Handel und Banken soll der Derivate-Handel künftig auf regulierten Plattformen stattfinden.

Swaps nur nach Anmeldung

Die Acht-Milliarden-Grenze soll sicherstellen, dass echte Absicherungsgeschäfte abseits spekulativer Interessen von den neuen Regulierungsvorschriften nicht behindert werden. Die Grenze scheint großzügig bemessen: Selbst große Energiehändler wie Shell, Valero und Chevron finden sich nicht auf der von der NFA veröffentlichten Liste. Dominiert wird die Aufstellung von den großen Investmentbanken aus den USA.

Eine Shell-Sprecherin sagte, der Konzern werde sich anmelden, sobald er die Schwelle von acht Milliarden Dollar überschritten habe. Unternehmen, die Swaps einsetzen, um etwa ihre Rohstoffversorgung abzusichern, oder ihre alltäglichen finanziellen Verpflichtungen damit absichern, sind von der Meldepflicht komplett ausgenommen.

Quelle: n-tv.de

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