Wirtschaft
Eine App, die einen ganzen Berufsstand gefährdet? Uber will die Welt verändern.
Eine App, die einen ganzen Berufsstand gefährdet? Uber will die Welt verändern.(Foto: REUTERS)

Offen für neue Investoren: Uber bittet um mehr Geld

Die Idee klingt gut: Mit einer Softwarelösung für Smartphones will der App-Anbieter aus Kalifornien den Personentransport in aller Welt revolutionieren. Allen Protesten zum Trotz will Uber kräftig expandieren - und fordert Kapitalgeber zu neuen Einzahlungen auf.

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber will sich einem Zeitungsbericht zufolge erneut mehr als eine Milliarde Dollar bei Investoren besorgen. Die Bewertung des gesamten Unternehmens dürfte dabei über dem Niveau aus der vergangenen Finanzierungsrunde im Juni liegen, berichtete die "Financial Times".

Damals hatten Analysten den aggressiv vermarkteten App-Anbieter auf einen Wert von 17 Milliarden Dollar (rund 13,6 Milliarden Euro) geschätzt. Anderen Quellen zufolge könnte Uber bei den neuen Kapitalgesprächen einen deutlich höheren Spitzenwert erreichen. Der Tech-Blog "Recode" sprach von 25 Milliarden Dollar.

Warum genau Uber nach weniger als sechs Monaten schon wieder die Kassen auffüllen muss, blieb in den Berichten offen. Uber hatte sich erst im Juni die gewaltige Summe von 1,2 Milliarden Dollar geholt. Davon sei noch eine Milliarde übrig, berichtete die "Financial Times".

Gegenwind in den Metropolen

Uber befindet sich in einer Phase der rasanten internationalen Expansion. Dabei liegt das junge Unternehmen vielerorts im Clinch mit dem klassischen Taxi-Gewerbe und Behörden. Sie werfen dem Startup aus San Francisco einen unfairen Wettbewerb vor.

Öffentliche Protestaktionen gab es dabei nicht nur in US-Metropolen, sondern auch in London, Paris und Berlin. Viele regulär angemeldete Taxifahrer fürchten schlicht um ihre Existenzgrundlage durch eine Konkurrenz, die im Gegensatz zum herkömmlichen Berufsfahrer keine besonderen Auflagen zur Personenbeförderung beachten muss.

Umstrittenes Geschäftsmodell

Uber vermittelt über eine Smartphone-App Fahrten mit Chauffeuren, aber auch mit privaten Fahrern. Inwieweit diese Form der gewerblichen Personenbeförderung in Deutschland überhaupt zulässig ist, muss noch abschließend geklärt werden. Offen sind dabei nicht nur verkehrsrechtliche, sondern auch versicherungstechnische und steuerliche Fragen.

Die Firmen-Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil an dem Unternehmen ein Investor für eine bestimmte Summe bekommt. Nach Angaben der "Financial Times" sollen bei der aktuellen Runde neben bisherigen Anteilseignern wie Google Ventures oder Blackrock auch neue Investoren zum Zuge kommen.

Quelle: n-tv.de

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