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Merck hatte im September die größte Übernahme seiner bald 350-jährigen Firmengeschichte angekündigt.
Merck hatte im September die größte Übernahme seiner bald 350-jährigen Firmengeschichte angekündigt.(Foto: picture alliance / dpa)

Gute Perspektive für Sigma-Aldrich: Übernahme könnte Rendite bei Merck treiben

Ein glückliches Händchen beweist der deutsche Chemiekonzern Merck womöglich bei seiner geplanten Übernahme in den USA. Laut einem Zeitungsbericht könnte der Gewinn des Kaufkandidaten Sigma-Aldrich in den nächsten Jahren schier durch die Decke gehen.

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck kann bei einer Übernahme von Sigma-Aldrich einem Zeitungsbericht zufolge mit einer deutlich besseren Rendite rechnen. Der Gewinn des US-Laborausrüsters, den Merck für 13,1 Milliarden Euro kaufen will, solle bis 2018 überproportional zum Umsatz zulegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Laut der Mittelfrist-Planung, die Sigma-Aldrich Führungskräften von Merck bei den Verhandlungen präsentiert habe, solle der Umsatz des US-Konzerns im laufenden Jahr bei gut 2,8 Milliarden Dollar liegen und bis 2018 um etwa ein Fünftel auf knapp 3,4 Milliarden Dollar steigen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe das Sigma-Aldrich-Management mit 856 Millionen Dollar in diesem Jahr und gut 1,11 Milliarden Dollar im Jahre 2018 prognostiziert, was einem Plus von knapp 30 Prozent entspreche. Merck lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

In einem anderen Szenario kalkulierten die Manager von Sigma-Aldrich der "FAZ" zufolge gesonderte Maßnahmen ein, um den Umsatz zu steigern und die Kosten zu drücken. Einschließlich dieser Maßnahmen würde sich für 2014 wiederum ein Umsatz von gut 2,8 Milliarden Dollar ergeben, der aber bis 2018 um gut ein Viertel auf mehr als 3,5 Milliarden Dollar steigen solle. Das Ebitda dürfte nach diesem Szenario 2014 bei 854 Millionen Dollar liegen, und solle bis 2018 sogar auf 1,18 Milliarden Dollar klettern.

Abstand zu Marktführer Thermo Fisher wird verkürzt

Merck hatte im September mit Sigma-Aldrich die größte Übernahme seiner bald 350-jährigen Firmengeschichte angekündigt. Mit dem Kauf wollen die Darmstädter ihr Zuliefergeschäft für Pharmakonzerne und Forschungseinrichtungen stärken. Sigma-Aldrich produziert und vertreibt über 230.000 Chemikalien und andere Produkte für die Pharmaforschung und andere Labore.

Im ersten Halbjahr 2014 setzte das US-Unternehmen knapp 1,4 Milliarden Dollar um und erzielte einen Gewinn von 259 Millionen Dollar. Merck verkürzt durch den Zukauf den Abstand zu Marktführer Thermo Fisher, der jüngst für 13,6 Milliarden Dollar den Rivalen Life Technologies übernahm.

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Quelle: n-tv.de

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