Wirtschaft
HP-Chefin Whitman zeigte sich enttäuscht von der Entwicklung im abgelaufenen Quartal. Aber Hewlett-Packard kehrt in die Gewinnzone zurück nach einem Milliardenverlust im Vorjahreszeitraum.
HP-Chefin Whitman zeigte sich enttäuscht von der Entwicklung im abgelaufenen Quartal. Aber Hewlett-Packard kehrt in die Gewinnzone zurück nach einem Milliardenverlust im Vorjahreszeitraum.(Foto: REUTERS)

Umsatzeinbruch im Umbruch: HP kämpft gegen Bedeutungslosigkeit

Hewlett-Packard kann sich dem Abwärtstrend am PC-Markt nicht entziehen. Obwohl der einstige Platzhirsch sich stärker auf das Server- und Dienstleistungsgeschäft konzentriert, fällt der Erlös deutlich. Dagegen macht HP wieder Gewinn. Ein neuer Manager soll neue Impulse liefern.

Der einst weltgrößte Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) muss in seinem Kampf gegen die PC-Krise erneut schmerzhafte Rückschläge einstecken. Das von Chefin Meg Whitman für die Wiederbelebung des Konzerns als zentral eingestufte Geschäftsfeld Server und Software verbuchte einen deutlichen Umsatzrückgang. Ein neuer Manager soll die Sparte nun auf Kurs bringen. Whitman verabschiedete sich zudem von dem Ziel, im kommenden Geschäftsjahr zu wachsen. Börsianer zeigten sich schwer enttäuscht über die Geschäftsentwicklung.

Die schwache Nachfrage nach herkömmlichen Computern und der Trend zu Tablets und Smartphones macht HP ebenso zu schaffen wie dem Rivalen Dell, der erst vergangene Woche erneut einen Gewinneinbruch vermelden musste. Branchenexperten zufolge schrumpft der PC-Markt in diesem Jahr um 7 Prozent und 2014 um weitere 4,5 Prozent. Nutznießer der Probleme von Dell und HP ist der chinesische PC-Riese Lenovo: Der neue Weltmarktführer reagierte schneller auf den Wandel der Branche und fuhr zuletzt auch dank seiner riesigen Kundenbasis daheim das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte ein.

Whitman "enttäuscht"

Whitman will HP stärker auf Angebote abseits des klassischen Rechnergeschäfts ausrichten. Nach dem Vorbild von IBM will sie sich auf das einträglichere Service-Geschäft konzentrieren. Der radikale Ansatz von Whitmans Vorgänger Leo Apotheker, das PC-Geschäft ganz aufzugeben, war allerdings bei Investoren auf schroffe Ablehnung gestoßen. Der deutsche Manager war nach weniger als einem Jahr an der Firmenspitze rausgeflogen.

Video

Der Umsatz von HP fiel im vergangenen Vierteljahr um 8 Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar und damit stärker als von Branchenexperten erwartet, die mit 27,3 Milliarden Dollar etwas mehr erwartet hatten. Sie zeigten sich vor allem erschrocken darüber, dass die Sparte Enterprise Group sogar um 9 Prozent schrumpfte. Whitman selbst bezeichnete das Ergebnis der zweitgrößten Sparte als "sehr enttäuschend".

Neuer Besen

Deshalb soll ab sofort der bislang für das Tagesgeschäft verantwortliche Bill Veghte die Enterprise Group führen. Er ersetzt damit Dave Donatelli, der nun nach Übernahmezielen Ausschau halten soll - bislang galt Donatelli an der Wall Street als Senkrechtstarter mit großem Potenzial. Whitman erklärte, dass HP sich wieder auf die Suche nach strategischen Akquisitionen mache, die für den Umbau von HP zentral seien.

Beim zweitgrößten HP-Standbein, den Druckern, gab es einen Rückgang von vier Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. HP gelang es, den Absatz von Geräten für Unternehmen um 12 Prozent zu steigern, im Verbrauchergeschäft gab es ein dünnes Plus von 2 Prozent. Drucker waren einst eine Goldgrube für HP, mit dem Vormarsch von Foto-Plattformen und Online-Speicherdiensten drucken jedoch vor allem Verbraucher immer weniger.

Gewinne im Rahmen, Anleger enttäuscht

Netto verdiente HP 1,39 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr verbuchte der Konzern wegen einer gigantischen Abschreibung auf die Übernahme des IT-Serviceanbieters Electronic Data Systems (EDS) einen Verlust von fast 9 Milliarden Dollar. Der bereinigten Gewinn je Aktie lag bei 0,86 Dollar, was der Marktprognose entsprach.

Das Unternehmen präzisierte zudem seinen Gewinnausblick auf das Gesamtjahr und nannte eine Spanne von 3,53 bis 3,57 Dollar pro Anteilsschein. Zuvor hatte die Gesellschaft eine Spanne von 3,50 bis 3,60 Dollar genannt.

Unterdessen hat sich die Aktie von HP in diesem Jahr besser entwickelt als die der meisten anderen ebenfalls im Dow Jones Industrial Average enthaltenen Unternehmen. Seit Jahresbeginn ging es um mehr als 82 Prozent nach oben. Vom Zahlenausweis hatten sich Anleger aber offenbar mehr erhofft, denn die Aktie fiel nachbörslich um rund 8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen