Wirtschaft
Das Testmodell auf dem Prüfstan der FH Bern: Mehr Stickoxide als das Messgerät aufzeichnen kann?
Das Testmodell auf dem Prüfstan der FH Bern: Mehr Stickoxide als das Messgerät aufzeichnen kann?(Foto: Göcke/DUH)

Auffallend hohe Abgaswerte: Umwelthilfe deutet auf Fiat

Die Kritiker der Autoindustrie lassen nicht locker: Mit eigenen Tests lässt die Deutsche Umwelthilfe überprüfen, was bei den Fahrzeugen verschiedener Hersteller wirklich aus dem Auspuff kommt. Ein Modell aus Italien bringt angeblich die Messtechnik an ihre Grenzen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhebt schwere Vorwürfe gegen den Autobauer Fiat. Bei einem Diesel-Modell des italienischen Konzerns sollen bei Tests auf dem Prüfstand teils sehr hohe Stickoxid-Emissionen aufgetreten sein. Die bei dem Fiat-Modell gemessenen Stickoxid-Emissionen stellten einen klaren Verstoß gegen das EU-Zulassungsrecht dar, erklärte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Bei dem an der Fachhochschule Bern überprüften Modell "Fiat 500X 2.0 Diesel" seien die Grenzwerte bei Tests mit betriebswarmem Motor um das 11- bis 22-fache überschritten worden, teilten die DUH-Experten mit. Ähnliche Vorwürfe hatten die Umweltschützer bereits gegen andere Autobauer erhoben. Bei der Überprüfung des Fiat-Modells sollen die aufgetretenen Emissionen allerdings "häufig den Messbereich des Labormessgerätes für Stickoxide überschritten" haben, wie es in der DUH-Mitteilung heißt. "Die tatsächlichen NOx-Emissionen waren somit noch höher."

Gestützt auf die Ergebnisse des Tests zieht die Umwelthilfe klare Schlussfolgerungen: Mit den in Bern gemessenen Emissionswerten reihe sich auch der italienisch-amerikanischer Autokonzern "in den Kreis der schmutzigen Dieselhersteller" ein.

Nicht nur VW betroffen?

Damit mutiere der VW-Skandal endgültig zum Diesel-Skandal nicht nur deutscher Autobauer, heißt es bei der Deutschen Umwelthilfe. Fiat Deutschland war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Reaktionen aus Italien liegen nicht vor.

Eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe steht noch aus. Zuvor hatte die Deutsche Umwelthilfe eigenen Angaben zufolge bereits auffällige Stickoxid-Werte bei Modellen von Opel, Renault, BMW und Mercedes gemessen.

Quelle: n-tv.de

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