Wirtschaft
Finanzstandort Mailand: Die Zentrale der Unicredit ragt mit der charakteristischen Spitze im Stadtteil Porta Nuova auf.
Finanzstandort Mailand: Die Zentrale der Unicredit ragt mit der charakteristischen Spitze im Stadtteil Porta Nuova auf.(Foto: REUTERS)

Ghizzoni veordnet Stellenabbau: Unicredit setzt die Axt an

Jetzt liegen die Details auf dem Tisch: Italiens größer Finanzkonzern steuert in eine Phase der energischen Neuausrichtung. Das Osteuropageschäft verliert an Bedeutung. Die Ukraine-Tochter steht zum Verkauf. Tausende Arbeitsplätze verschwinden.

Die italienische Großbank Unicredit streicht ihr Filialnetz drastisch zusammen. In den kommenden drei Jahren will das Geldhaus zudem 18.200 Stellen abbauen. Vor allem Österreich ist von dem Sparprogramm von Vorstandschef Federico Ghizzoni betroffen: Das Privatkundengeschäft der Bank Austria dort soll bis Ende 2016 restrukturiert oder - falls das nicht klappt - komplett aufgegeben werden, wie die Bank mitteilte.

Die in Wien angesiedelte Holding für das Osteuropa-Geschäft wird aufgegeben. Das Filialnetz in Italien, Österreich und Deutschland soll um insgesamt 800 Zweigstellen schrumpfen. Die Tochter in der Ukraine wird verkauft. 6000 Arbeitsplätze sollen allein dadurch und durch den Verkauf der Fonds-Tochter Pioneer wegfallen. Wie viele Stellen bei der deutschen Unicredit-Tochter Hypovereinsbank (HVB) wegfallen, blieb zunächst offen.

Energische Sparpläne

Ghizzoni will die Kosten bis 2018 um 1,6 Milliarden Euro senken. Der Nettogewinn soll damit auf 5,3 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte er sich 6,6 Milliarden Euro vorgenommen. Damit wolle Unicredit aus eigener Kraft auf eine harte Kernkapitalquote von 12,6 Prozent kommen. Bisher hatte die Bank nur ein Kapitalpolster von 10 Prozent angestrebt.

An der Börse nahmen Investoren die Pläne und die zeitgleich vorgelegten Quartalsergebnisse verhalten auf. Die Nettozinseinnahmen und die Nettoprovisionen lägen zusammen um rund 100 Millionen Euro über der Schätzung seines Hauses, dafür liege das volatile Handelsergebnis um rund 100 Millionen Euro darunter. "Ich denke, dass man am Markt den neuen Projektionen für die kommenden Jahre nicht recht über den Weg traut", meinte ein Händler.

Quelle: n-tv.de

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