Wirtschaft
Uniper will auf eigenen Beinen stehen.
Uniper will auf eigenen Beinen stehen.(Foto: REUTERS)
Montag, 09. Oktober 2017

Abwehrkampf gegen Finnen: Uniper umgarnt Investoren

Der von Eon abgespaltene Versorger Uniper stemmt sich mit aller Macht gegen die Übernahme durch den finnischen Konzern Fortnum. Man versucht, die Investoren mit steigenden Gewinnen bei Laune zu halten. Fortnum will sein Gebot nicht aufstocken.

Mitten im Abwehrkampf gegen den finnischen Kaufinteressenten Fortum stellt der Versorger Uniper seinen Investoren steigende Gewinne in Aussicht. Der operative Ertrag (Ebitda) im Geschäft mit der Stromerzeugung solle bis 2020 anziehen, sagte Finanzchef Christopher Delbrück in einer Investoren-Konferenz.

Dazu sollen unter anderem das laufende Sparprogramm, stabilere Preise sowie Kapazitätsmärkte beitragen, wie es sie schon in Frankreich und Großbritannien gibt. Dort wird schon die Bereitstellung von Kraftwerken vergütet, die im Fall einer Flaute beim Ökostrom einspringen können. Zudem wolle Uniper bis 2020 auch den Anteil an langfristigen Verträgen mit Großkunden in die Höhe schrauben.

Fortum will dem Uniper-Hauptaktionär Eon dessen verbliebenes Anteilspaket von 47 Prozent abkaufen. Das Eon-Management will Anfang 2018 entscheiden, ob es dem Deal zustimmt, der rund 3,8 Milliarden Euro in die klamme Kasse spülen würde.

Lindmark stockt nicht weiter auf

Der von Eon abgespaltene Kraftwerksbetreiber Uniper hatte das Vorhaben bereits scharf kritisiert. "Dies ist ein feindlicher Vorstoß von Fortum", hatte Firmenchef Klaus Schäfer gesagt. Auch Delbrück hatte bereits vor den Plänen gewarnt. Uniper will lieber auf eigenen Beinen stehen. Vor den Investoren wollte Delbrück sich dazu nicht weiter äußern - die Haltung des Unternehmens habe sich nicht geändert.

Fortum-Chef Pekka Lundmark warb dagegen erneut für seine Pläne. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, sagte er der "Rheinischen Post". Seine Offerte pro Uniper-Aktie werde Fortum nicht aufstocken: "22 Euro ist und bleibt unser letztes Angebot. Wir werden sehen, wie viele Uniper-Aktionäre es annehmen."

Quelle: n-tv.de

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