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"Made in Germany" gefragt wie nie: Unternehmen steigern Exportrekord

Qualität von deutschen Werkbänken findet reißendes Absatz in aller Welt. Dazu trägt auch der niedrige Euro-Kurs bei. Zugleich greifen deutsche Firmen aber auch bei Auslandswaren zu. Am Ende dürfte das eine alte Debatte neu befeuern.

Die deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viele Waren ins Ausland verkauft wie nie zuvor. Insgesamt summierten sich die Ausfuhren auf 1,196 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 6,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Ausfuhren in die Eurozone kletterten dabei um 5,9 Prozent, die in die anderen EU-Länder außerhalb des Währungsraums um knapp 9 Prozent. Dabei dürfte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank unter ihrem Präsidenten Mario Draghi beigetragen haben. Denn die gezielte Abwertung des Euro macht Waren aus dem Währungsraum preiswerter.

Allerdings lief das Geschäft mit dem Rest der Welt unterdurchschnittlich und legte nur um 5,6 Prozent zu. Großen Schwellenländern wie China, Brasilien und Russland macht derzeit eine schwächere Konjunktur zu schaffen, weshalb sie weniger Waren "Made in Germany" kaufen.

Zugleich kauften deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 948 Milliarden Euro ein. Auch dies war ein neuer Rekord und lag um 4,2 Prozent über der Bestmarke des Vorjahres. Damit schloss die Außenhandelsbilanz mit dem bisher höchsten Überschuss von 247,8 Milliarden Euro ab. Deutschlands hoher Überschuss ist in der Vergangenheit mehrfach kritisiert worden. So sollte die größte Volkswirtschaft Europas mehr in konjunkturschwachen Ländern einkaufen, um die Erholung zu stützen.

Allerdings geriet die Nachfrage nach deutschen Produkten zum Jahresabschluss ins Stottern: Im Dezember sanken die Ausfuhren überraschend um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet.

Trübe Nachrichten kamen indes von der Produktion. Die Herstellung von Industrie, Bauwirtschaft und Versorgern schrumpfte im letzten Monat des Jahres um 1,2 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Analysten ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Dies war der zweite Rückgang in Folge und der stärkste seit August 2014. "Zum Jahresende 2015 durchlief die Industrieproduktion eine Durststrecke", erklärte das Wirtschaftsministerium. "Angesichts der verbesserten Auftragseingänge im Jahresschlussquartal dürften die Unternehmen ihre Produktion zu Jahresbeginn wieder etwas ausweiten."

Quelle: n-tv.de

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