Wirtschaft
VW ist immer noch Marktführer in Deutschland. Doch die Absatzzahlen gehen leicht zurück.
VW ist immer noch Marktführer in Deutschland. Doch die Absatzzahlen gehen leicht zurück.(Foto: picture alliance / dpa)

Gegen den Markttrend: VW-Absatz lahmt - Amerikaner meiden Marke

Der deutsche Automarkt wächst weiter. Doch bei Volkswagen kommt dieses Wachstum nicht mehr an. Mit einigen Wochen Verzögerung schlägt der Abgasskandal auf den Absatz durch. In Deutschland sind die Einbußen dabei noch vergleichsweise moderat.

Auch auf dem deutschen Markt drückt der Abgasskandal inzwischen auf die Absatzzahlen des Volkswagenkonzerns: Obwohl der Gesamtmarkt wuchs, gingen die Pkw-Neuzulassungen bei VW um 2 Prozent auf 57.923 Fahrzeuge zurück, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Im Oktober war das Minus für VW etwas kleiner ausgefallen. Allerdings habe VW mit 21,3 Prozent erneut den größten Marktanteil ausgewiesen.

Bei der Konzerntochter Porsche ging die Zahl um 0,4 Prozent auf 1958 Fahrzeuge zurück. Der Gesamtmarkt legte indes im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,9 Prozent auf 272.377 neu zugelassene Autos zu. Die VW-Töchter Audi und Skoda legten im November zu. Beide hatten ebenfalls Autos verkauft, bei denen Abgasmessungen und Verbrauchswerte manipuliert worden waren.

In den USA brachen die Absatzzahlen von Volkswagen of America im November im Zuge des Abgasskandals indes fast um ein Viertel ein. Der Autobauer verkaufte im vergangenen Monat lediglich 23.882 Fahrzeuge. Auch hier lief die Entwicklung gegen den allgemeinen Markttrend, allerdings fiel das Urteil der Kunden noch um einiges härter aus.

Für die anderen deutschen Marken meldete das Kraftfahrt-Bundesamt überwiegend Zuwächse. Smart verzeichnete mit 68 Prozent den stärksten Anstieg im November, darauf folgten Ford mit 22,6 Prozent, Mini mit 16,4 Prozent und Mercedes mit 13,6 Prozent.

Zuwächse gab es auch bei den meisten Importmarken. Mitsubishi legte um 45,8 Prozent zu, gefolgt von Land Rover mit 44,2 Prozent und Mazda mit 31,9 Prozent. Zweistellige Verluste wiesen Lancia mit 96,2 Prozent und Alfa Romeo mit 15,2 Prozent auf. Die anteilsstärksten Importmarken waren erneut Skoda mit 5,9 Prozent und Renault mit 4,1 Prozent.

Wissmann: "Weg wird steiniger"

Am Vortag hatte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, bei der VDA-Jahresabschluss-Pressekonferenz erklärt, dass sich das Automobiljahr 2015 trotz zahlreicher Turbulenzen in stabiler Aufwärtsbewegung gezeigt habe. Der Pkw-Weltmarkt 2016 könne nach VDA-Erwartung um 2 Prozent auf 78,1 Millionen Einheiten zulegen. Der Weg werde in absehbarer Zukunft allerdings "steiniger".

Auch den Dieselskandal sprach Wissmann an. Der Missbrauch habe Vertrauen gekostet - in das betroffene Unternehmen, in die gesamte Branche und nicht zuletzt in die Dieseltechnologie. Allerdings wehre sich der VDA "gegen jeden Versuch, Automobilindustrie und Diesel unter Generalverdacht zu stellen". Der Diesel sei "kein Auslauflaufmodell", ganz im Gegenteil: Er sei notwendig zur Erreichung der CO2-Ziele, da er 20 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner verbrauche.

In den USA brachen die Absatzzahlen von Volkswagen of America im November im Zuge des Abgasskandals um fast ein Viertel ein. Der Autobauer verkaufte im Berichtszeitraum 24,7 Prozent weniger Fahrzeuge in den USA als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, nämlich lediglich 23.882 Fahrzeuge. Auch hier lief die Entwicklung gegen den allgemeinen Markttrend, allerdings fiel das Urteil der Kunden noch um einiges härter aus.

Quelle: n-tv.de

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