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"Das Unternehmen kann diese Krise bewältigen."
"Das Unternehmen kann diese Krise bewältigen."(Foto: AP)

"Keine Schuld an Abgas-Skandal": VW-Betriebsratschef weist Kritik zurück

Bernd Osterloh geht in die Offensive: Der Chef des VW-Betriebsrates verlangt von Konzernchef Müller eine neue Gesamt-Strategie. Eine Mitverantwortung der Arbeitnehmervertretung für die Affäre weist er zurück.

JVW-Betriebsratschef Bernd Osterloh fordert vom Vorstand eine neue Gesamt-Strategie für den Konzern. "Momentan ist es doch so, dass Porsche, Audi oder Seat sehr stark an ihrer eigenen Strategie hängen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Diese Strategie zu entwickeln sei Aufgabe des neuen Vorstandschefs Matthias Müller. Dabei müsse es um die Frage gehen, "mit welchen Marken" man in Zukunft auf welche Märkte wolle und wie "die Marken zueinander positioniert werden" sollen. Er erwarte, dass dabei nichts ohne die Arbeitnehmerseite beschlossen werde.

"Wir haben eine gute Tradition der qualifizierten Mitbestimmung", sagte Osterloh. "Wenn es Unruhe im Betrieb gibt, dann landet die ja immer gleich beim Betriebsrat. Deshalb erwarten wir, einbezogen zu werden."

Osterloh wandte sich gegen den Vorwurf, erst ein Klima der Angst im Konzern habe zu dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen geführt. "Hier muss niemand Angst haben, mit seinem Vorgesetzten zu diskutieren." Die Manipulationen beim Diesel seien "das Werk einer Gruppe von Personen", dies habe "nicht generell" etwas "mit dem Klima im Unternehmen zu tun".

Eine Mitverantwortung für die Affäre wies der langjährige Betriebsratschef zurück. "Wir als Betriebsrat haben immer laut Kritik geübt und Veränderungen eingefordert", sagte er.

"Wir haben keine Absatzkrise"

Osterloh machte klar, dass der Konzern derzeit trotz der Abgas-Affäre keine Verkaufsschwierigkeiten habe. "Ich bin nicht bereit, hier eine Krise herbeizureden. Wir haben im Moment vielleicht ein Diesel-Problem, aber keine Absatzkrise", sagte er. Noch sei es zu früh, um über einen Stellenabbau zu reden.

"Jobs werden nur dann abgebaut, wenn wir weniger Autos verkaufen", so Osterloh. "Unsere Leute stehen ja nicht irgendwo rum und bohren in der Nase." Den Mitarbeitern sprach er Mut zu: Trotz des Skandals um gefälschte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen könne man das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. "Das Unternehmen kann diese Krise bewältigen."

Quelle: n-tv.de

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